Niederlande dürfen Migrantin nach 17 Jahren nicht abschieben


Das Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg © James Russell @ flickr.com (CC 2.0)
Es ist der Alltag für viele Migranten weltweit. Ein Leben in der Irregularität bedeutet vor allem eins: Ständige Ungewissheit. Wenn man nach 17 Jahren endlich Gewissheit hat, kann man von persönlichem Glück sprechen, aber auch vom Scheitern des Systems.

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Eine Migrantin aus Surinam, die seit 17 Jahren irregulär in den Niederlanden lebt, hat vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einen Bleiberechtsstreit gewonnen. Die niederländischen Behörden hätten zu wenig Augenmerk auf den Schutz des Familienlebens gelegt, urteilte eine Große Kammer des Straßburger Gerichtshofes am Freitag. Die heute 47-Jährige war 1997 mit einem Besuchervisum ein- und später nicht wieder ausgereist. Sie heiratete 1999 einen niederländischen Bürger mit surinamischen Wurzeln und bekam mit ihm drei Kinder. Die Behörden verweigerten ihr jedoch den Aufenthaltstitel und ordneten letztlich die Abschiebung an.

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