Die Kurden Syriens und ein widerliches Polit-Geschacher


IS beherrscht die Stadt von oben. Bild: heise.de
Wie die „Antiterrorkoalition“ die Kurden Syriens in einem widerlichen geopolitischen Geschacher den Massenmordmilizen des Islamischen Staates zum Fraß vorwirft.

Von Tomasz KoniczTELEPOLIS

Die Hilferufe aus der umkämpften kurdischen Stadt Kobane werden immer verzweifelter. Auch am 7. Oktober wandte sich der Kovorsitzende des Kantons Kobane, Salih Muslim, mit der Bitte an die Weltgemeinschaft, die Verteidiger der Stadt doch endlich mit schweren Waffen und Munition zu versorgen, sowie eine ernsthafte Luftkampagne gegen die Stellungen des Islamisches Staates (IS) einzuleiten. Ansonsten drohten Massaker in der Stadt, die viele Zivilisten immer noch nicht verlassen hätten. Man sei für die bisherigen Luftschläge dankbar, so Muslim, aber es seien immer noch Panzer, gepanzerte Fahrzeuge und Artillerie“außerhalb der Stadt, die diese nach Gutdünken beschießen könnten.

Und dennoch hat sich an dem absurden Schauspiel, das wenige hundert Meter vor der Grenze des NATO-Mitglieds Türkei aufgeführt wird, kaum was geändert. Während die Türkei die Grenze für jedweden militärischen Nachschub der Volksverteidigungseinheiten (YPG) blockiert und kampfwillige Kurden mit massivem Tränengaseinsatz von der Teilnahme an der Verteidigung Kobanes abhält, können sich Panzer und schwere Artillerie des IS in der Umgebung der Stadt nahezu frei bewegen.

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