IS-Pressekodex: Im Namen des Kalifen


Von Kurt Westergaard
Von Kurt Westergaard
Sie selbst verbreiten ihre Ideologie via Facebook, Twitter oder Blogs. Aber bei Journalisten, die aus dem Herrschaftsgebiet des IS berichten wollen, setzen die Dschihadisten auf Unterdrückung. Ihre elf Gesetze für Reporter stellen selbst den Medienterror von Syriens Diktator Assad in den Schatten.

Von Tomas AvenariusSüddeutsche.de

Bei Gott, der Kalif ist wirklich kein Freund des freien Worts. Der Erlass seines Medienministeriums liest sich in allen elf Punkten als Mischung aus Glaubensbekenntnis und sittenwidrigem Knebelvertrag: Wer als Journalist aus dem „Kalifat-Staat“ berichten möchte, muss dem Kalifen Ibrahim die Treue schwören. Neben diesem wohl absurdesten Diktum der Mediengängelung seit Erfindung der Druckerpresse haben sich die Kopf-ab-Islamisten Dinge einfallen lassen, die schon aus totalitären Systemen bekannt sind, die moderner gestrickt sind als der neue Gottesstaat. Der Journalist untersteht der Aufsicht eines islamistischen Presseamts. Er darf ohne Genehmigung nicht berichten. Er kann sich seine Arbeitgeber nicht frei aussuchen, da bestimmte internationale Medienorganisationen wie der Fernsehsender Al-Jazeera auf der schwarzen Liste des IS stehen.

weiterlesen