Missverstandene Scharia


Bild: Katholische Magazin
Bild: Katholische Magazin
Burka-Zwang, Steinigung oder das Abhacken der Diebeshand geschehen im Namen der Scharia. Doch nicht jede Praxis sei aus dem Regelwerk tatsächlich abzuleiten, meint der katholische Theologe Klaus von Stosch im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

pro Medienmagazin

Die Scharia kann unterschiedlich ausgelegt werden: „Die Bandbreite der Interpretationen reicht von den Terroristen der Miliz Islamischer Staat (IS) auf der einen Seite bis zu einer Auslegung, die die liberalen Grundsätze unserer Verfassung, die Menschenrechte in einer noch liberaleren Form vertritt, als wir sie jetzt umsetzen“, sagt von Stosch. Der 43 Jahre alte katholische Theologieprofessor leitet das Zentrum für Komparative Theologie der Universität Paderborn und arbeitet bei seinen Projekten eng mit muslimischen Theologen zusammen. Der Frage, welche Auslegung der Scharia zutrifft, widmet sich eine wissenschaftliche Tagung am Wochenende in Paderborn. Von Stosch ist einer ihrer Initiatoren. Im dpa-Interview erklärt er, woher das düstere Bild der Scharia rührt und warum es immer wieder zu Missverständnissen in der Auslegung kommt.

weiterlesen

1 Comment

  1. Scharia auch im Strafgesetzbuch?

    Die Scharia ist kein festgelegtes, kodifiziertes Recht. Die erste Quelle für die Scharia ist der Koran.

    Ok. Gütig lächelnd konstatieren wir die Naivität der Muslime. Gut, dass bei uns so etwas seit dem Zeitalter der Aufklärung nicht mehr passieren kann.

    Wirklich nicht? Nur ein Beispiel:

    Bis zum 11. Juni 1994 (!) gab es den Straftatbestand des § 175 StGB – Unzucht zwischen Männern. Diese im Grunde noch vor kurzem geltende Regel basierte auf einer ausdrücklichen Verfügung Gottes (vgl. 3. Mose 18,22 und 20,13 sowie 1 Kor 6,9; Röm 1,26 f. und 1 Tim 1,10), mithin auf unserer Bibel. § 175 StGB war also auch eine Art Scharia; quasi noch zu unserer Gegenwart.

    Liken

Kommentare sind geschlossen.