Angesichts der Islamisten will man Atheist werden


Bild: nationalreview.com
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Doch dann erinnert man sich daran, dass Gott uns auch um ihretwillen das moralische Gesetz gegeben hat. Überhaupt: Religion und Vernunft müssen sich nicht ausschließen. Die Geschichte beweist es.

Von Hannes SteinDIE WELT

In grauer Vorzeit war das Leben der Menschen arm, viehisch, garstig und kurz. Hilflos waren sie den Naturgewalten ausgeliefert. Also erfanden die Menschen sich die Götter: Wenn es donnerte, machten sie die Himmelsgewalten dafür verantwortlich, wenn ein Vulkan ausbrach, warfen sie sich zu Boden und beteten. Priester beuteten die Furcht der Massen aus und hielten sie in Unwissenheit. Sie verfassten heilige Schriften, kassierten den Zehnten und sorgten dafür, dass niemand sich seines eigenen Verstandes bediente.

Doch dann begann der Aufstieg der Naturwissenschaften. Der Priestertrug wurde durchschaut. Galileo Galilei richtete sein Fernrohr gen Himmel und sah, dass über unseren Köpfen nur Leere war. Heute glaubt zum Glück nur noch eine Handvoll unbelehrbarer Trottel an Götter und heilige Schriften.

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3 Comments

  1. Wer Christ sein will, wird jede Beobachtung, jedes Faktum so deuten, dass er sich in seinem Glauben bestätigt fühlt. Bei einem naturalistischen Humanisten wird es im Prinzip zunächst nicht anders sein. Aber ich verlasse mich mehr auf jene Wissenschaftler und Philosophen, die durch die Ergebnisse ihrer Arbeiten gezeigt haben, dass sie unvoreingenommen denken können. Ich erwähne Russell, Einstein, Weinberg, Hawking oder auch Epikur, Schopenhauer, Feuerbach oder etwa Kurt Flasch (Warum ich kein Christ bin, 2013) – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

    Die Widersprüchlichkeiten, die sich auftun, wenn man meint, dass Glaube und Wissenschaft sich vertragen würden, kann man an dem bekannten Astrophysiker Harald Lesch (»ich bin vom Scheitel bis zur Sohle Protestant«) studieren. Sein Bekenntnis lässt bei einem Wissenschaftler seines Formats für einen Moment aufhorchen. Aber man fragt sich sofort, wie zwei so gegensätzliche Konzepte unterschiedlichster Natur zusammenpassen: eine in sich geschlossene, keine übernatürliche Kräfte benötigende Beschreibung des Naturgeschehens einerseits und ein Glauben an einen mit Wundern ins Weltgeschehen eingreifenden Gott andererseits, an dessen Dreieinigkeit mit Heiligem Geist und Gottessohn Jesus, an Erbsünde und Opfertod zwecks Erlösung der Menschheit.

    Dass Lesch an eine Macht glaubt, die hinter allen Dingen stehe, könnte ich noch hinnehmen. Denn auch Nichtgläubige und Atheisten haben keine einfachen, wenn überhaupt, Antworten auf die Frage nach dem letzten Urgrund allen Seins. Aber die Künstlichkeit und logische Brüchigkeit des christlichen Glaubens an einen allmächtigen Gott, der die Menschheit erschaffen haben soll, die ihm aber so bösartig und sündig geriet, dass sie der Erlösung durch ein göttlich veranlasstes Menschenopfer bedürfe, ist für mich von einer solchen Vorsintflutlichkeit des Denkens, dass ich mich frage, wie zwei so verschiedene Konzepte und vor allem Denkweisen ohne intellektuelle Bedrängnisse in einem Kopf nebeneinander bestehen können. Kommen doch in diesem Gegensatz von naturwissenschaftlicher Eleganz und legendenhafter Einfalt etwa 4000 Jahre Kulturgeschichte zum Ausdruck.

    Die Durchdachtheit, innere Stimmigkeit und Erklärungskraft unseres heutigen naturwissenschaftlichen Weltbildes und die Einfalt und Archaik des christlichen Glaubens lassen sich meines Erachtens intellektuell redlich nicht miteinander vereinbaren.

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  2. Religion und Vernunft bzw. Menschlichkeit schließen sich nicht aus was Religionen bewirken zeigt schon die Geschichte der Menschheit:Religionen sind erst vor allem verletzend tödlich…………………

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  3. Zuerst dachte ich, welcher Vollreligiot hat denn diesen Beitrag geschrieben ? Dann fand ich seinen Namen: „Von Hannes Stein -DIE WELT-.“
    (und Amen!)

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