Erdogan ist der grinsende Spießgeselle des IS


Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)
Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)
Wenn es um einen Einsatz in Kobani geht, ist der türkische Präsident ein Virtuose hinterhältiger Betulichkeit und ein Meister der Entschleunigung. Erdogan freut sich an einer Niederlage der Kurden.

Von Jacques SchusterDIE WELT

Recep Tayyip Erdogan besitzt die Eigenschaften eines Demagogen: den Mut zum äußersten Extrem, die kalte Wildheit, die aus jeder Phrase eine Offenbarung macht, die Stahlhärte der Behauptung, die jedes Anderssein ächtet, und die Beweisführung der Inquisition, die nur Schwarz oder Weiß, jedenfalls kein Mitleid, kennt.

Was hat der damalige türkische Regierungschef und heutige Präsident nicht alles über Israels angebliche Schandtaten im Gazastreifen von sich gegeben. Mithilfe rhetorischer Feuerstöße empfahl sich Erdogan der islamischen Welt als der Schutzherr der Muslime, dem das Schicksal der Geschundenen nahegeht. Spätestens seit den vergangenen Wochen weiß man, was davon zu halten ist. Nichts.

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