Ausstellung über rituelle Beschneidung von Jungen


beschneidung2012 bezeichnete ein deutsches Gericht die rituelle Beschneidung von Jungen als Körperverletzung und löste damit eine heftige Debatte über die Legalität der Beschneidung aus religiösen Gründen aus. Sie ist Ausgangspunkt für eine Ausstellung im Jüdischen Museum in Berlin, in der das Thema aus jüdischer, muslimischer und christlicher Sicht dargestellt wird.

Von Igal AvidanDeutschlandfunk

Für Juden ist die Beschneidung, Hebräisch „Brit Mila“ oder „Bund des Wortes“, ein identitätsstiftendes Gebot. Am achten Tag nach seiner Geburt wird ein Junge durch auf dieses Ritual in die jüdische Gemeinschaft aufgenommen.

Cilly Kugelmann, Programmdirektorin des Jüdischen Museums Berlin, hat nun in einer Ausstellung die religiöse Bedeutung der Beschneidung in den drei monotheistischen Religionen zum Thema gemacht:

„In den Stamm wird man reingeboren durch die Geburt einer jüdischen Mutter und danach kommt noch die Beschneidung als symbolisches und irreversibles Zeichen der Zugehörigkeit zum Glauben. Und Gebot und Glauben vollenden sich in der Beschneidung… Und das ist ein Paradox, das ich sehr interessant finde: Dadurch, dass man was wegnimmt, vollendet man die Schöpfung.“

Unter den Schlagwörtern, mit denen die Beschneidungsdebatte geführt wurde, rangiert die Unversehrtheit des Körpers ganz oben. Dieses Argument erinnert Cilly Kugelmann an die griechische Auffassung vom männlichen Körper, die im klaren Kontrast zur jüdischen Sichtweise stand:

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