Sterbehilfe: Und wenn du schön stirbst, so stirbst du doch


Bild: letzte-hilfe.de
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Der Freitod des ehemaligen MDR-Intendanten Udo Reiter hat die Debatte um selbstbestimmtes Sterben neu entfacht. Doch wie stehen Mediziner und Theologen zu dem heiklen Thema? Ein aktueller Überblick.

Von Matthias KamannDIE WELT

Kommt ein Mann zum Arzt: „Herr Doktor, auch die zweite Chemotherapie hat meinen Krebs nicht besiegt, was soll ich tun?“ – „Nun“, sagt der Arzt, „es gibt zwei Möglichkeiten.“ Ab hier jedoch funktioniert das Witzemuster nicht mehr. Denn zur Wahl stehen das Hospiz und der Eintritt in einen Sterbehilfeverein. In beiden Fällen ist die Schlusspointe zum Heulen: Der Mann stirbt.

Ans Witzeerzählen zu denken liegt aber nahe in der Debatte über ein Verbot oder eine Regulierung der bislang erlaubten Beihilfe zum frei verantwortlichen Suizid. Denn dieser Streit wird zumal in Talkshows anekdotisch geführt. Ständig gibt es Einzelfallgeschichten von Leuten, die zum Arzt kommen und dann auswählen müssen. Zudem enden fast alle jener Geschichten mit einem Lächeln. Erfreut erzählen Sterbehilfegegner, wie beseligt Hospizpatienten versterben. Genauso zufrieden, so berichten Sterbehelfer, scheiden ihre Klienten aus dem Leben.

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