König-Abdullah-Zentrum in Wien: Die bittere Medizin des Königs


König Abdullah, Bild: BB
König Abdullah, Bild: BB
Das umstrittene „KAICIID“ hat nichts getan, was Sanktionen rechtfertigen würde. Wenn es als saudische PR-Agentur gemeint war, dann ist es gescheitert.

Von Gudrun HarrerderStandard.at

Jetzt sitzt man ganz schön einsam da, als Abdullah-Zentrum-Versteherin, die es bei dessen Gründung im November 2012 als interessantes Projekt bezeichnet hat. Die Kontroverse um Claudia Bandion-Ortner, die Vizegeneralsekretärin des „King Abdullah Bin Abdulaziz International Centre for Interreligious and Intercultural Dialogue“ (Kaiciid), und ihr skurriles Profil-Interview ist Wasser auf den Mühlen jener, die es immer gewusst haben: Das Abdullah-Zentrum ist Saudi-Arabien, und zwar das Saudi-Arabien des Köpfeabschlagens und der Frauenrepression.

Und das offizielle Österreich unterstützt das mit Steuergeld, indem es zumindest anfänglich die, so der Eindruck, zum Sprachrohr Saudi-Arabiens gewordene Frau Bandion-Ortner bezahlt und überhaupt das Zentrum fördert.

Behauptung einer Unabhängigkeit

Auch wenn das Kaiciid selbst unter der Unbedarftheit seiner Vizegeneralsekretärin – diese darf ja auch bei anderen Gelegenheiten etwas sagen – leiden mag, vielleicht hat es sie ja wirklich verdient. Denn sie macht unfreiwillig auf einen Konstruktionsfehler des Zentrums aufmerksam, der offenbar nicht so leicht aufzulösen ist: die Behauptung einer Unabhängigkeit, die nicht kommuniziert wird oder werden darf. Oder kann, weil es sie doch nicht gibt?

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