Religion: Neue Feiertage braucht das Land


Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
Der 31. Oktober und der 1. November nähern sich: Reformationstag und Allerheiligen sind wichtige christliche Feiertage. Doch im säkularisierten Deutschland haben sie ihre eigentliche Bedeutung längst eingebüßt. Könnte man für Ungläubige nicht andere Feiertage erfinden?

Von Arno OrzessekDeutschlandradio Kultur

„Das ‚christliche Abendland‘ war einmal“, titelte kürzlich nicht etwa eine linksliberale Multikulti-Gazette… Sondern das evangelikale Magazin Idea spektrum, Hausblatt strenggläubiger Protestanten.

Dem ist schwer zu widersprechen. Nicht nur die Kirchen leeren sich notorisch – auch der Islam gehört zu Deutschland.

Ja, aber… Reformationstag, Allerheiligen, Allerseelen: Das kommende Wochenende bietet alles auf, um dem zu widersprechen. Wenn es noch einen Rückzugsort des einst allmächtigen Christentums gibt, dann ist es der Kalender.

Die christlichen Feiertage sind in Deutschland das letzte lose Bindeglieder zwischen der säkularen Gesellschaft und ihrer christlichen Vergangenheit. In der einst in der Tat eine eklatante Heiligen-Sucht herrschte. Zuerst waren Märtyrer die Favoriten. Doch schon im frühen Mittelalter verehrten die Gläubigen maßlos viele Engel, Apostel, Evangelisten, Personen des Neuen Testaments, Kirchenleute, Missionare und überhaupt auffällig gute Menschen als Heilige.

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