Hässlich-schöne Natur: Bibel des Grauens


Caspar Henderson: Wahre Monster Ein unglaubliches Bestiarium Matthes & Seitz; 349 Seiten; 38,00 Euro
Caspar Henderson:
Wahre Monster
Ein unglaubliches Bestiarium
Matthes & Seitz;
349 Seiten; 38,00 Euro
Spinnen, Reptilien und auch Viren sind Wunderwerke der Natur. Caspar Henderson widmet ihnen einen prächtig illustrierten Band: „Wahre Monster“, die aussehen wie mittelalterliche Dämonenfratzen.

Von Hilmar SchmundtSpON

An einem sonnigen Sommernachmittag saß der britische Journalist Caspar Henderson mit seiner Frau in einem Park. Er las das Buch „Einhorn, Sphinx und Salamander“ des argentinischen Autors Jorge Luis Borges. Darüber schlief er ein und träumte: So ein Buch will ich auch schreiben!

Vier Jahren ist das her, nun erscheint sein Werk auf Deutsch – und tatsächlich: Es ist gelungen. Auch wenn er fast das Gegenteil seines Vorbildes gemacht hat. Während Borges in seinem „Buch der imaginären Wesen“ 1957 Ausgeburten der Fantasie besingt, darunter doppelköpfige Schlangen, Engel und Dämonen, beschränkt sich Henderson strikt auf Fakten. In alphabetischer Reihenfolge schreibt er über Tiere wie Axolotl, Yetikrabbe oder Zebrabärbling. Doch die Fakten muten oft fantastischer an als jede Fiktion. „Wahre Monster“ ist ein Kompendium des Staunens, eine literarische Wunderkammer der Biologie.

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