„Ich habe dem Großmaul Theo Van Gogh verziehen“


Leon de Winter, steinbergrecherche.com
Vor zehn Jahren wurde der niederländische Künstler Theo van Gogh von dem Salafisten Mohammed Bouyeri auf offener Straße ermordet. Der Schriftsteller Leon de Winter verabscheut beide.

Von Leon de WinterDIE WELT

Am 2. November 2004, vor genau zehn Jahren, begegneten sich zwei Holländer in einer gewöhnlichen Straße im Osten Amsterdams zum ersten und letzten Mal. Es handelte sich um einen Mörder und sein Opfer. Beide waren in den Niederlanden geboren worden. Einer war der Sohn marokkanischer Einwanderer. Der andere Abkömmling reicher Eltern mit einem weltberühmten Namen.

Der eine hatte einen Prozess religiöser Radikalisierung durchgemacht. Der andere jagte dem Ruhm nach, den der malende Bruder seines Urgroßvaters erst Jahre nach seinem Tod erlangt hatte. Der Fanatiker sah in seinem Opfer einen Ungläubigen, der Gott und Seinen Propheten beleidigt hatte.

Der Ruhmsüchtige sah in seinem Mörder einen hirnlosen Anhänger religiöser Mythen. Der Mörder heißt Mohammed Bouyeri. Er ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden, und das heißt in Holland tatsächlich Gefängnis bis zum Tod. Das Opfer hieß Theo van Gogh. Er ist tot, auf ewig.

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