Oberrabbiner Lau: Keine Einwanderung für Nichtjuden


Wer ist Jude, wer nicht? Israel debattiert derzeit die jüdische Identität. Foto: FlickreviewR | CC-BY 2.0
Wer ist Jude und hat damit das Recht, nach Israel einzuwandern? Für den aschkenasischen Oberrabbiner David Lau sind die derzeitigen Bestimmungen zu weit gefasst. Er fordert eine Anpassung an religiöse Vorgaben.

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Anlass für die Forderung ist eine neue Studie des Harman-Instituts für zeitgenössisches Judentum, das zur Hebräischen Universität in Jerusalem gehört. Demnach beläuft sich die Zahl der Juden weltweit auf rund 14,2 Millionen. Wenn das Kriterium jedoch ein jüdischer Vater ist und nicht, wie in religiösen Bestimmungen vorgegeben, eine jüdische Mutter, gibt es 17,2 Millionen Juden. Auf die Zahl 22,9 Millionen kommt man, wenn Menschen gezählt werden, die jüdische Vorfahren nachweisen können, die drei Generationen zuvor gelebt haben.

Letzteres Kriterium gilt für das Rückkehr-Gesetz. Alle, die jüdische Vorfahren in diesem Sinne nachweisen können, dürfen als Juden nach Israel einwandern. Diese Vorgabe ist die gleiche wie bei den Nürnberger Rassegesetzen unter den Nationalsozialisten. Sie wird insofern als Antwort Israels auf die Bedrohung durch Antisemitismus verstanden, der auf rassistischen und nicht auf religiösen Kriterien basiert.

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