Studenten: Politisches Desinteresse und mehr Zustimmung für die Todesstrafe


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In diesen Tagen wird nach mehreren Studien über das politische Bewusstsein von Studierenden diskutiert
Studentinnen und Studenten in Deutschland erwarten von ihrem Studium, dass es ihnen einen sicheren, interessanten Arbeitsplatz ermöglicht. Das ist ein Ergebnis des 12. Studierendensurveys, der unter der Oberüberschrift „Studenten sozufrieden wie noch nie“ veröffentlicht wurde.

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Zwischen den beiden Aussagen müsste es eigentlich einen Widerspruch geben. Einen sicheren und interessanten Arbeitsplatz wünschen sich wohl nicht nur Studierende schon immer. Nur warum sollen sie dann auch zufrieden wie nie sein? Seit einigen Jahrzehnten ist bekannt, dass ein Studium eben nicht mehr ein Ticket für einen sicheren und interessanten Arbeitsplatz ist. Viel öfter ist ein Studium ein Einstieg in schlecht oder gar nicht bezahlte Praktika, für Arbeitsstress und prekäre Beschäftigungsverhältnisse.

Würden es die Befragten ernst mit ihren Wunsch nach einen sicheren und interessanten Arbeitsplatz meinen, müssten sie sich organisieren und dafür kämpfen. Oder sie versagen sich diesen Wunsch und verbuchen das als Opfer für den Standort. Dann werden sie an Widerstand nicht denken, sondern alles tun, um sich den vermeintlichen Sachzwängen zu beugen und andere, die das nicht wollen oder können,um so unnachgiebiger sanktionieren. Schließlich soll es den anderen nicht besser gehen, wenn man sich schon selber seine Wünsche versagt. Die Studierenden wären dann völlig zufrieden mit den Verhältnissen, weil sie sich Widerstand gegen herrschende Verhältnisse gar nicht denken können.

Genau diese Lesart ist nach der Studie dominant. So zeigt die aktuelle Befragung einen Rückgang des allgemeinen politischen Interesses. Stuften 2001 noch 45 Prozent ihr politisches Interesse als sehr stark ein, taten dies 2013 nur 32 Prozent. Auch studentische Politik an der eigenen Hochschule interessiert nur ein Drittel der Studierenden. Diese Ergebnisse motivierten Bundesbildungsministerin Wanke zu einem Appell an die Studierenden, sich politisch zu engagieren. Das ist ja sonst vor allem vor Wahlen zu Hochschulgremien das Geschäft der wenigen linken Studierendenaktivisten.

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