GBS: »Wir gehen nicht von absoluten Wahrheiten aus«


Karikatur: Jacques Tilly/Giordano-Bruno-Stiftung/ND
Zehn Jahre Giordano-Bruno-Stiftung: Ein Gespräch mit Michael Schmidt-Salomon

Interview Christian Baron—ND

nd: Vor zehn Jahren startete die Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) ihre Arbeit. Wenn Sie in wenigen Sätzen ein kleines, konzises Fazit ziehen würden: Wie fällt das aus?
Schmidt-Salomon: Als wir die Stiftung gründeten, waren wir natürlich davon überzeugt, dass dies die richtige Idee zur richtigen Zeit sei. Dennoch haben wir nicht damit gerechnet, dass sie so bald so erfolgreich werden würde. Heute wird die gbs nicht nur von vielen namhaften Wissenschaftlern, Philosophen und Künstlern unterstützt, sondern auch von rund 50 Hochschul- und Regionalgruppen sowie knapp 6000 Fördermitgliedern. Aus der weltanschaulich-politischen Debatte in Deutschland ist sie gar nicht mehr wegzudenken.

Einen großen Stellenwert nimmt bei Ihnen die Religionskritik ein. Was ist falsch daran, wenn Menschen an Gott glauben wollen?
Zunächst einmal nichts. Selbstverständlich kann jeder Mensch glauben, was er will. Leider aber sind manche Gottesvorstellungen mit einer humanen Ethik nicht zu vereinbaren. Oft auch stehen sie im Widerspruch zu dem, was wir über die Welt herausgefunden haben. Ein Beispiel: Wenn der Mensch tatsächlich von Anfang an von Gott als »Krone der Schöpfung« geplant gewesen wäre, wie viele meinen, so müsste man sich doch fragen, warum »Gott« zum Erreichen dieses Ziels einen so verrückten Weg eingeschlagen hat: Warum, bitteschön, erschuf er zunächst a) eine unglaubliche Vielfalt an Dinosauriern, die über Jahrmillionen die Erde beherrschten, dann b) einen Riesen-Asteroiden, den er vor 65 Millionen Jahren auf der Erde einschlagen ließ, damit c) die Dinosaurier wieder aussterben, um so d) einigen rattengroßen Säugetieren Platz zu machen, aus denen sich e) einige Millionen Jahre später die aufrecht gehende Affenart Homo sapiens entwickeln konnte? Ein Gott, der sich so seltsam verhält, würde eher einem intergalaktischen Mister Bean gleichen als einem allmächtigen, allwissenden, allgütigen Wesen.

weiterlesen

3 Comments

  1. @Nickpol
    Du hast vergessen die knapp 20 anderen Homoniden zu erwähmen, die Gott ebenfals als Versuch für einen Homo-Religiiotis geschaffen haben muss. Als die 20 Typen feststellten, dass ihnen die fatale Erbsünde fehlte, haben sie sich aus Neid totgeärgert. Danach konnte der grunzende stinkende Analphabet als perfektes Ebenbild Gottes ins Paradies einziehen

    Liken

    1. …und die „Fortsetzung“ dieser Ur-Geschichte der direkt von Gott Geschöpften ist literarisch anspruchsvoll in José Saramagos Novelle „Kain“ erzählt. Im Vatikan wurden (auch) dieses Werk Saramagos‘ als blaspemisch eingestuft und der Autor mit einem Bann belegt. 😉

      Die FAZ in einer Rezension: „Der liebe Gott muss dringend in Therapie!“ 😉

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/jose-saramago-kain-der-liebe-gott-muss-dringend-in-therapie-11114923.html

      Liken

  2. GBSI verfolgt stellenweise den rechten Weg und wird wahrscheinlich auch von Darwins Prognosen ausgehen………dazu ist eigentlich klar der Mensch ist ein „Tierwesen“ mit der z.Z. höchsten „Intelligenz“ auf der Erde.
    Gefragt werden sollte nun ist die „Intelligenz“ des Menschen das was die Lebewesen auf der Erde brauchen um weiteren Erfolg im Leben brauchen?
    Die Buddistische Lebensform sollte auch tiefer einwandern in die „logische“
    Überlegungen des Menschen!

    Liken

Kommentare sind geschlossen.