Abwehrschilde gegen die Barabarenhorden


König Abdullah, Bild: BB
König Abdullah, Bild: BB
Drei Jahre nach der „Feier der Demokratie“ in arabischen Ländern ist nun anderes wichtig: gute Zeiten für Despoten alter Schule mit guten Kenntnissen der Kommunikationskanäle.

Von Thomas PanyTELEPOLIS

Der Krieg gegen den IS, dessen Fortdauer vermutlich wenig von einem eventuell anfallenden Führungswechsel (vgl. EU-Dokumente: Blockaderecht statt mehr Transparenz) bei den Dschihadisten gefährdet wird, freut nicht nur die Waffenhändler, sondern auch so manchen arabischen Führer, der sich nach alter Schule auf Despotie versteht – mit upgedateter Finesse. Die achtet auf das Spiegelbild in den Medien.

Deren Schönheitschirurgen stehen dem Standard nicht nach, den ihre Kollegen und Luxuscoiffeure auf dem physischen Gebiet für die Spitzenkunden setzen, wie man etwa am Artikel der Washington Post über die Fighter aus den Emiraten nachlesen kann: das aufgedonnerte Kriegsfrisur, Militärlametta und Parfümwolken aus den Düsen der Kampfjets überdecken sämtliche blanke, nicht so schöne Stellen. „The UAE has gone all-in“, lobt der Ex-Kommandeur der US-Streitkräfte im Nahen Osten, Anthony Zinni das Engagement der Vereinigten Arabischen Emirate, und der Autor des Artikel feiert drumherum die „schnelle, neue Freundschaft zwischenden US und UAE-Militärs“.

Von Demokratie oder, bewahre, Menschenrechten ist nicht mehr die Rede. Der Kampf gegen den Terror bestimmt das Bild der guten Freunde. So kommt es, dass die Business-Karawanen die despotischen Herrscher, anders als vor drei Jahren, wieder ohne Kamera-Scheu und öffentliche Relativierungen besuchen.

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