Eine ARD-Toleranzwoche mit vielen Fragezeichen und Dodo Matussek


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Eine missglückte Werbung, viel Archiv-Material und ein Talk mit Matthias Matussek – die ARD zeigt, dass sie von Toleranz nichts versteht.

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Es ist schon bemerkenswert, wie die ARD derzeit ihre Themenwoche „Toleranz“ („Anders als Du denkst“) bewirbt, die am Samstag startet. Gezeigt wird ein schwules Paar mit der Headline „Normal? – oder – Nicht normal“.

In anderen Ländern würde so etwas schnell zu einem „Fail“-Shitstorm führen, als freundlichste Reaktion. In Deutschland ist das leider immer so mit dem Fernsehen: Da wird eine Sendung zum Bildungsplan mit „Droht die moralische Umerziehung?“ betitelt, Frank Plasberg fragt: „Homo-Ehe ohne Grenzen?“ und N24 blendet zu einem entsprechenden Talk gleich ein: „Schwule: normal oder pervers?“

Man könnte das Spiel mit dem Vorurteil zunächst als Masche ansehen, um die Quote zu steigern. Das könnte man noch akzeptieren, wenn die Sendungen dann Aufklärung und Haltung liefern würden – was bei besagten Talkshows nicht der Fall war. Wenn man nun aber sogar eine Woche zur „Toleranz“ allgemein mit einer Mischung aus toleranten und intoleranten Aussagen bewirbt, offenbart sich dahinter eine konsequent falsche Denkweise: Toleranz ist, wenn man „darüber“ redet. Bzw. darüber reden lässt.

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