Glaubensfragen: Ist die Evolutionstheorie alternativlos?


Schulterblatt Brachiosaurus brancai, Naturkundemuseum Berlin
Schulterblatt Brachiosaurus brancai, Naturkundemuseum Berlin
Die Welt ist eine Baustelle, nur dass die Arbeiten so langsam vorangehen, dass man sie nicht bemerkt. So lautet eine Kernidee der Evolutionstheorie: Die Selektion der besten Gene erstreckt sich über Jahrtausende oder gar Jahrmillionen. Kleinste Veränderungen summieren sich. Irgendwann entstehen auf diese Weise nicht nur einzelne Anpassungen an die Umwelt, sondern sehr komplexe Lebewesen – man denke nur an das menschliche Gehirn, das sogar ein Bewusstsein hervorbringt.

Von Alexander MäderStuttgarter Zeitung

Diese Idee finden manche schwer zu akzeptieren, auch wenn sie sonst naturwissenschaftlich denken. Die Evolutionstheorie ist ja nicht für alle Anwendungsfälle bewiesen, sondern erscheint in manchen Fällen nur plausibel: Wenn die Grundlagen der Evolutionstheorie im Kleinen so gut nachgewiesen sind, dann werden sie wohl auch im Großen gelten – so die Argumentation.

Ich möchte zwei Bücher vorstellen, die sich bereits im vergangenen Jahr mit Zweifeln an der Evolutionstheorie beschäftigt haben und die ich erst jetzt gelesen habe: ein Abenteuerroman des promovierten Biologen und Kollegen von Sueddeutsche.de, Markus Schulte von Drach, und ein philosophisches Pamphlet des Altmeisters Thomas Nagel von der New York University. Bei Schulte von Drach kommen alle Kritiker der Evolutionstheorie um, bis auf einen katholischen Priester, der aber nach den Erlebnissen im Dschungel Perus an seinen Überzeugungen zweifelt. Auch wenn Schulte von Drach seine Figuren gleichberechtigt Argumente wälzen lässt, finde ich, dass man an den Todesopfern erkennt, wo seine Präferenzen liegen. Der 77-jährige Thomas Nagel fasst wiederum zusammen, warum er nach Jahrzehnten philosophischer Debatte skeptisch bleibt: Die Evolutionstheorie lasse wichtige Fragen offen.

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Wenn die Evolutionstheorie widerlegt wird, wird sie von Biologen widerlegt werden und nicht von Idioten.(R.Dawkins?)

2 Comments

  1. Es gibt keine Alternative zu den allgegenwärtigen Fakten unser Realität. Jede alternative Erklärung hat irgendwo einen Obereklärer als Erfinder. der religiös im Gehirn geschädigt von Wissenschaft keine Ahnung hat.

    Wissenschaft ist eine offene, freie und im Ergebnis neutrale Methode des Zweifels, sie nutzt dazu Hypothesen, Theorien, Tests, Fakten, Fossilien immer wieder auf der Suche nach rationalen Erklärungen für eine allen frei zugängliche und prüfbare Sachlage. Freie Forschung im Zweifel reduziert Theologie zum paranoiden Wahn als Pseudo-Wissenschaft mit Zombies, Untoten, Engeln, Dämonen, Wundern, Auferstehung bei stets gleichem Ergebnis, freies Denken im Zweifel wird zur strafbaren Blasphemie, Kritik ist verboten.

    Wissenschaft und Religion sind krasse Gegensätze, sie als gleichwertig anzusehen gehört zum psychopathologischen Wahn. Durch „Brainwash“ schwer geschädigt sind gläubige Einfaltspinsel unfähig zwischen Realität und religiösen Mythen zu unterscheiden, die selbst ernannte Gottesvertreter für sie erfinden.

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