Martin Luther: «Das ganze Arsenal des Antijudaismus»


luther_1Das Verhältnis Martin Luthers zu den Juden ist ein zwiespältiges. Bekannt sind zahlreiche antisemitische Äußerungen des Reformators. Daneben gibt es aber auch eine judenfreundliche Seite. Eine Tagung der Evangelischen Akademie Berlin ging am Sonntag und Montag der Frage nach Luther und seinem Verhältnis zu den Juden nach.

Von Thomas Klattkath.net

Martin Jung, Professor für Historische Theologie an der Universität Osnabrück, verwies darauf, dass die Wirkungsgeschichte der antijüdischen Schriften Luthers bis heute strittig sei. Dass Luther aber gegen Juden vorgegangen sei, sei hingegen unstrittig. Obwohl die heutige Forschung davon ausgehe, dass manche Predigten des Theologen im Nachhinein sprachlich geglättet wurden, seien sie bis heute noch schockierend, erklärt Jung: «Es findet sich bei Luther das ganze Arsenal des mittelalterlichen Antijudaismus, die Brunnenvergiftung, der Ritualmord, Christusfeindschaft, Enterbungstheorie, der Wuchervorwurf, geistliche Blindheit, Verstockung, Christuslästerungen, die Diasporaexistenz als Gottesstrafe, Hochmut, der Kollektivschuldgedanke, die Judensau und die Saujuden.»

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