Morddrohungen gegen Pfarrer wegen „Laternenumzug“


Zum Martinsumzug ziehen Kinder mit Laternen durch die Straßen. Bei dem Brauch wird an den heiligen Martin von Tours erinnert, der der Legende nach an einem kalten Wintertag seinen Mantel mit seinem Schwert teilte und eine Hälfte einem frierenden Bettler gab Foto: picture alliance/dpa
Schon seit 14 Jahren veranstaltet ein Bielefelder Pfarrer einen „Laternenumzug“, an dem etwa 700 Kinder teilnehmen. Auf einmal bekommt er Drohungen. „Gutmenschliche Arschkriecherei“ wirft man ihm vor.

Von Claudia BeckerDIE WELT

Irgendjemand schickte ihm per Mail ein Bild von geköpften Menschen. So würde es ihm auch ergehen, stand darunter. Es war nur eine von zahllosen Drohungen, die der Bielefelder Pfarrer Piepenbrink-Rademacher über sich ergehen lassen musste. Als „Verräter“ bezeichnete man ihn, als Mensch „ohne Rückgrat“.

In den Leserkommentaren von pi-news.net, der Seite, die sich zum Sprachrohr all dessen machen will, was als Politically Incorrect gilt, schrieb ein Absender unter „mutter maria“: „Solche Leute sollten wir uns merken. Nach dem Auszug der Moslems in ihre Heimat(en) werden sie zur Rechenschaft gezogen.“

Was hatte er vor? Armin Piepenbrink-Rademacher, evangelischer Pfarrer der Bielefelder Nicolaikirche, hat es nur gut gemeint. Seit 14 Jahren veranstaltet er gemeinsam mit dem Theater Bielefeld, dem Welthaus und der Kaufmannschaft Altstadt im November den „Märchenhaften Laternenumzug“. In Bielefeld ist das zu einem Event geworden, an dem jährlich rund 700 Kinder mit ihren Eltern teilnehmen. Auch in diesem Jahr stand es auf dem Programm.

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1 Comment

  1. Auch ich kann mich an Kindertage vor 1950 mit Laternenumzügen in Flensburg erinnetn. Lieder wie „Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne“ drängen sich auf. Gleichzeitig kommen Bilder auf von Fackel schwingenden Umzügen als politisch Demonstration alles im Gleichschritt, man kannte es nicht anders. Das war in Moskau und Ostberlin nicht anders. Die politischen Aktivisten der Zeit nach 1945 waren alles gewendete 100% exNAZIs, eine Demonstration ohne Fackelmarsch von Tausenden im Gleichschrit war für sie unvorstellbar.- denn freie Meinung von Einzelen war unvorstellbar

    Das was damals bei der Politik rausgekommen ist, das war genau so – Regime treu und schaurig. Ich bin auf dem Schulweg 3 km zu Fuß mehrfach wegen Hungerödemen zusammengebrochen, die einzige Tagsspeise war Wasser, Milchpulver, Kakao und Zwieback von den Engländern. Unterwegs zur Schule gab es eine dänische Schule, die versorgte die Kinder außerdem mit richtig satt zu essen wie Wurst, Käse, Butter usw.. Ich bin meiner Mutter heute noch dankbar, dass sie die Leimrute nicht geschluckt hat und habe eiine starke Antisympathie zu den Dänen behalten – umabhängig von vollwertigen EU-Bürgern und Nachbarn in der Straße hier in Spanien

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