Türkische Armee verbietet Game of Thrones – erlaubt Islamunterricht


Game of Thrones/HBO. Screenshot: BB
Game of Thrones/HBO. Screenshot: BB
Die türkischen Streitkräfte haben einem Bericht der Hürriyet zufolge ihre Vorschriften für Militärakademien geändert und einen neuen Artikel zum „Schutz der Kadetten“ eingefügt. Dieser Artikel verbietet das Zeigen von Filmen und Serien, in denen „sexuelle Ausbeutung“, „Pornografie“, „Exhibitionismus“, „Missbrauch“, „Belästigung“ und „negatives Verhalten“ vorkommt. Eines der wichtigsten Werke, das von diesem Verbot betroffen ist, ist der Zeitung zufolge die Serie Game of Thrones, die regelmäßig Filesharing-Rekorde bricht.

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Bereits vor drei Jahren wurden vier Offiziere in Izmir strafversetzt, weil sie ihren Kadetten im Englischunterricht vier Episoden aus der Serie gezeigt hatten. Als Begründung diente damals nicht nur „sexueller Missbrauch“, sondern auch eine angebliche Herabwürdigung des Türkentums.

Im Bericht des Untersuchungsausschusses dazu hieß es, das Werk enthalte „Szenen, in denen unsere Nation beleidigt und verunglimpft wird“. Dies geschehe zwar indirekt, aber in einer Weise, die es dem Zuschauer sehr leicht mache, dem Türkentum „barbarische, pervertierte und unzivilisierte“ Verhaltensweisen zuzuordnen, was „gravierende Konsequenzen“ wie beispielsweise eine „Schwächung des Nationalgefühls“ und eine „Entfremdung vom Militärberuf“ zur Folge haben könne.

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