Alain de Botton: Lebenshilfe im Monty-Python-Stil


Zu welchem Ende lesen wir Romane? Alain de Botton stellt die klassische Preisfrage neu. (Foto: The School of Life)
Malerei, Literatur, Philosophie sind irgendwie wichtig, aber warum eigentlich? Der Philosoph Alain de Botton glaubt an den praktischen Nutzen der schönen Künste – und erklärt ihn in amüsanten Kurzfilmen.

Von Kathleen Hildebrand|Süddeutsche.de

Vor Kurzem haben Forscher der London School of Economics ausgerechnet, was kulturelle Erlebnisse „wert“ sind. Wollte man zum Beispiel das Wohlbefinden, das der Besuch in einem historischen Gebäude bewirkt, durch eine Gehaltserhöhung erzielen, müsste man dem durchschnittlichen Briten übers Jahr 1646 Pfund mehr zahlen. Die Beschäftigung mit Kunst ist 1084 Pfund wert.

Wenn Schöngeistiges und Pragmatismus solcherart aufeinandertreffen, löst das entweder Heiterkeit aus oder Entsetzen. Beide Reaktionen greifen ein wenig kurz. Schönheit in Zahlen auszudrücken, tut weh, weil schnöde Kosten-Nutzen-Erwägungen in den hohen Sphären der Kunst nichts zu suchen haben, sagen die einen. Andererseits lässt sich damit vielleicht der eine oder andere Bilanzverbesserer dazu bewegen, das Gute, Wahre, Schöne überhaupt erst als Kategorie in seine Excel-Tabelle aufzunehmen – und es nicht von vornherein als überflüssig abzutun.

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