Neurobiologie: „Die Seele ist eine Hirnfunktion“


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Der Hirnforscher Gerhard Roth spürt der Seele nach. Im Interview spricht er über evolutionäre Vorteile, den Hass der Geisteswissenschaftler und die Mona Lisa.

Das Gespräch führte Oskar Piegsa|SpON

SPIEGEL ONLINE: Herr Professor Roth, von Hirnforschern sind wir gewohnt, dass sie von kleinen und konkreten Dingen sprechen, von Genen und Hormonen zum Beispiel. Sie haben jetzt einen großen und eher diffusen Begriff hervorgeholt, den der „Seele“. Warum?

Roth: Die Seele muss nicht immer etwas Religiöses sein. Alles was wir empfinden, das ganze Sammelsurium von Gedanken, Wahrnehmungen und Vorstellungen, nenne ich „Seele“. Sie umfasst sehr viel mehr als der „Geist“. Nicht nur kognitive Vorgänge, sondern unsere gesamte Erlebnis- und Gefühlswelt. Das ist übrigens auch, was große Philosophen wie Descartes oder Kant unter der Seele verstanden haben. Natürlich hat der Titel „Wie die Seele das Gehirn macht“ eine gewisse Ironie, weil es in der Philosophie über 2000 Jahre lang die Frage gab, wo die Seele sitzt.

SPIEGEL ONLINE: Und Sie haben die Seele endlich aufgespürt?

Roth: Na ja, schon Platon hat vermutet, dass die Seele im Gehirn sitzt. Aber man hat damals etwas Mystisches darunter verstanden. Erst seit etwa 50 Jahren ist klar, dass die seelischen Funktionen mit Mechanismen und Zentren im Gehirn zu tun haben.

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4 Comments

  1. Frühkindliche Indoktrination führt bei schwachen Charakteren immer zur Religiotie. Wieso einige wenige Menschen auf dem Gebiet resistent sind und sich aus dem System lösen, die Gründe sind (für mich) vollkommen unerforscht. Der generelle Terend, dass Gläubige einen sehr niedrigen IQ haben und lieber ficken als lernen, der stimmt auch nur bedingt. Jede Gruppe hat ihre Ausnahmen

    Ich bin überzeugt, dass kaum ein Gottesdienstbesucher den Gotteshumbug wirklich glaubt. Der gesellschaftliche Druck durch Familie, Bekannte, Arbeitgeber ist so enorm groß, dass er sich dem Ritual unterwirft ohne es wirklich für sich zu akzeptieren und danach zu handeln. Am Ende streift er den Quatsch wieder ab, wird zum scheinbaren Normalbürger, der nur bei kirchlich religiösen Fragen einknickt – meist mit Angstschweiß auf der Stirn

    Die sogenannten Wissenschaftler als Professoren wie die Obermotze von „Wort und Wissen“ und anderen sind für mich keine Wissenschaftler im eigentlichen Sinn. Sie haben Jahrzehnte den Beamtenstatus, spulen ihre Seminare ohne Änderung runter und sind frei als private Meinung jeden Quatsch zu produzieren, auch im krassen Gegensatz zur Wissenschaft dessen Teil sie zu sein vorgeben

    Es sind vor allem die Sekten, welche die Einfaltspinsel nicht frei rumlaufen und denken lassen. Nach dem Gottesdienst müssen sie im Sektenduktus weiter funktionieren, also icht mit Ungläubigen sprechen, täglich 3 Bibelstunden abgalten, die Verkündungen des großen erhabenen Propheten lesen und Geld vom eigenen Konto der Sekte spenden

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    1. @emporda, ich rede von Wissenschaftlern, nicht von Leuten die ihren Gott auf dem Genom suchen udn sich dabei ihrer eigenen Erbärmlichkeit nicht bewusst sind. Der Schöpfer des Universums, mit allem was da kreucht und fleucht, versteckt sein Tun und Handeln auf dem Genom oder in den Bakterien-Flagellen. Das macht doch Sinn. :mrgreen:

      Religiöse Wissenschaftler sind für mich z.B. der Genetiker Francis Collins, der immerhin das Human Genome Project leitete. Der Mann weiß über Genetik mehr als wir hier alle zusammen. Und es gibt etliche von ihnen, die sind nicht dumm, blöd oder haben einen unterentwickelten IQ.

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  2. Das Hominide Erbgut enthält 23.000 Gene, 4.000 weniger als Unkraut und 4.000 mehr als ein Fadenwurm. In 50.000 Jahren ändern sich 1.800 Genome bezüglich Lebenszeit, Fortpflanzung, Nahrung, Krankheit und Funktion der Nervenzellen. Die Epigenetik überträgt Umwelteinflüsse während der Keimzellenbildung ins Erbgut. Eine Zelle von 1/100 mm faltet die DNA von fast 2 m Länge und hält sie laufend für Kopien erreichbar. Die Mutationshäufigkeit der Arten unterscheidet sich und bildet eine genetische Uhr mit dem Moment der Abspaltung. Von den 20 Hominiden Arten überlebt nur der Homo-Sapiens-Sapiens. Etwa 1.500 Menschen tragen noch Y-Chromosomen in sich, 340.000 Jahre lang vererbt von einer unbekannten Homo Art aus Kamerun. Seit der Erfindung des Ackerbaus variiert die humanoide DNA immer schneller, viele Reize führen zur schnellen Differenzierung. Der Australopithecus sediba ernährt sich noch wie die Schimpansen von Baumrinde, Nüssen und Früchten. Die Frühmenschen konnten noch keine Milchlaktose verdauen, namibische Buschmänner vertragen kaum Kohlehydrate usw.

    Gedanken reifen bis 8 Sekunden vorher im Unterbewusstsein, die Kriterien sind uns unbekannt. Krankhaft geltende Veranlagungen im Gehirn entsteht durch Vererbung, Misshandlung und fehlgeleitete Indoktrination.. Bei schweren Hirnschäden verschwindet der Zombie im Gehirn, es verbleiben sinnlose Reflexe wie essen-mit-beten, lernen-mit-Prügel-bekommen, Fehler-mit-schlagen. Minuten nach dem Tod sterben die Gehirnzellen an Sauerstoffmangel, die elektrische Ladung ist weg ohne sich in eine fiktive Seele zu flüchten. Der limbische Gehirn Zombie ist nur kindlich religiotischer „Brainwash“ bei reduzierter Intelligenz durch einseitige Bildung. Für den Neurobiologen Joseph LeDoux ist das emotional limbische Gehirn nur erstmalig zu prägen, es vergisst bis zum Tod davon nichts mehr. Religiöser Wahn nutzt emotionale Begriffe wie Liebe, Hass, Verheißung, Glückseligkeit, Wunder, Gnade, Visionen usw. Absurde Verheißungen wirken viel nachhaltiger als Fakten und Beweise, für die man selber denken muss.

    Dispute mit Religiotien ähneln dem mit Dementen oder Alzheimer Kranken, die einst friedlichen Menschen werden grundlos agressiv. Sie prügeln wild auf Andere ein, mauern Nachbarn Türen und Fenster zu, erschießen jemanden weil der Rasenmäher zu laut ist, verbreiten Gerüchte ohne Fakten, zerstören blindwütig fremdes Eigentum, blockieren Gerichte mit endlos nichtigen Klagen, rufen zur Vernichtung von „Unwürdigen“ auf, schlagen am Mittagstisch der Tochter die Krücke auf den Kopf usw. Nach ersten leichteren Gehirnschäden sind diese Menschen nicht mehr gesellschaftsfähig, die Einweisung in eine geschlossene Anstalt ist unumgänglich, wo sie mit Neuroleptika ruhig gestellt werden. Wer die Medikamente nicht verträgt, der bekommt täglich frische Pampers und wird zum Schutz Dritter an einen Stuhl gefesselt. Im Aufenthaltsraum der Altenheime sitzen Dutzende lebende Mumien und starren mit leerem totem Gesichtsausdruck Löcher in Luft. Den Priestern und Religioten gilt dies als Altern in Würde, die RKK nennt das Leid im Sterben eine unverzichtbare Solidarität mit dem allerliebsten Jesulein.

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    1. Das Genom des Menschen ist ziemlich stabil, über Millionen von Jahren. Umwelteinflüsse wirken auf den Phänotyp, nicht auf den Genotyp. Die Gen-Sequenz wird nicht verändert.
      Abschnitte oder ganze Chromosomen werden in ihrer Funktion beeinflusst, z.B. Aktivierung, Deaktivierung. Zufällige genetische Veränderungen(Mutationen) kann man unberücksichtigt lassen, u.a. auch weil sich hierbei die Gen-Sequenz ändern, unterbrechen, verdrehen und falsch anordnen kann.
      Frühkindliche religiöse Indoktrination muss nun nicht unbedingt zur Religiotie führen. Es gibt genug Beispiele, Menschen entscheiden sich zu areligiösen, oder anderen spirituellen Weltsichten.
      Es gibt sehr kluge gläubige Menschen, auch Naturwissenschaftler, es ist deren Sache, wie sie ihre religiösen Überzeugungen und wissenschaftliches Denken in Übereinklang bringen.
      Der moderne Mensch, so er einen Gottesdienst aufsucht, glaubt eine Stunde lang, wie auch immer, an die dort verkündete Märchen-und Sagenwelt der Bibel, des Koran oder der Tora. Danach widmet er sich seinem Smartphone und postet belangloses bei Facebook, Twitter und anderen social media.
      Wir können eigentlich von Glück reden, dass es so ist. Denn würden die Gläubigen länger an die Märchen-und Sagenwelt der Bibel glauben, ihr Handeln davon ableiten, hätten wir alle nichts mehr zu lachen.

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