Ist der „Islamische Staat“ geschwächt?


Der „Islamische Staat“ träumt von der Weltherrschaft. Bild: heise.de
Kurden und irakische Regierung kommen sich näher, IS wurde von der Raffinerie in Badschi vertrieben, Kurden schätzen die Zahl der IS-Kämpfer auf 200.000.


Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Bislang war die kurdische Region im Irak weitgehend sicher gewesen. Das könnte sich nun ändern. In der Hauptstadt Erbil hat gestern ein Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug an der Einfahrt zum Regierungssitz zur Explosion gebracht, nachdem Soldaten die Durchfahrt verweigerten und zu schießen begonnen hatten. Fünf Menschen starben, 29 wurden verletzt. Vermutet wird, dass das Fahrzeug von einer Frau gesteuert wurde.

Der „Islamische Staat“, gegen den die Peshmerga und die PKK/YPG kämpfen, soll die Verantwortung für den Anschlag übernommen und weitere Anschläge angekündigt haben. Bislang setzte der IS für die zahlreichen Selbstmordanschläge Männer, sollte es sich jetzt um eine Frau gehandelt haben, könnte dies eine strategische Änderung sein.

Im Irak scheinen derweil die kurdischen Kampfverbände und die irakischen Streitkräfte, unterstützt durch die Luftschläge der US-Koalition und irakischer Kampfflugzeuge, Erfolge zu erzielen. So soll die größte Öl-Raffinerie Badschi in der Provinz Salah al-Din, seit Monaten vom IS besetzt, seit Dienstagabend vollständig zurückerobert sein. Die Truppen bereiten sich nun auf einen Angriff auf Tikrit vor, um schließlich auch Mosul zurückerobern zu können. Nach Leutnant Ali al-Quraishi seien neue russische und amerikanische Waffen und Ausrüstung in Badschi eingetroffen, um schnell weitere Angriffe planen zu können.

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