Cat Stevens: Yusuf, unser Mann im Islam


Foto: AFP, Gitarren sind doch nicht unrein: Yusuf Islam steht wieder als Cat Stevens auf der Bühne
Cat Stevens ist ein anderer als früher, und zugleich ist er ganz der Alte. Er nimmt Blues-Alben auf und gibt wieder Konzerte, die Pop und Religion strikt voneinander trennen. Eine Erleuchtung.


Von Michael Pilz|DIE WELT

Sind wir hier richtig? Bei Yusuf Islam, dem Künstler, der früher bekannt war als Cat Stevens? Auf der Bühne steht ein Bahnhof aus dem Wilden Westen mit dem Schild „Berlin“ vor Wasserturm und Windrad. Im Gestühl des Tempodroms sitzen Senioren. Sobald Yusuf in seiner Kulisse steht, mit Lederjacke, Schlaghose und Sonnenbrille, und „Morning Has Broken“ singt, werden sie sich im Takt wiegen und dazu klatschen wie beim Fest der Volksmusik.

Cat Stevens war ein schöner Mann mit schwarzem Haar, der bunte Hemden trug und von der Sehnsucht nach dem Sinn des Lebens sang. Auch er begab sich in den Sechziger- und Siebzigerjahren auf die Suche. Keine Heilslehre ließ er auf seinen spirituellen Reisen aus, er war Buddhist und Kommunist, er wurde Yogi und Tarotmeister. Als er vor 40 Jahren vor der Küste Kaliforniens zu weit hinausschwamm, schickte er ein Stoßgebet zur Rettung in den Himmel. Er wurde erhört und an den Strand gespült. Den Gott, dem er sich anvertraut hatte, fand er als griechisch-orthodox erzogener Popstar im Koran.

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