Das Kalifat der Wahnsinnigen beginnt zu wanken


Bild: nationalreview.com
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Nichts schien den IS in Syrien und im Irak stoppen zu können. Doch plötzlich verliert die Terrormiliz Kämpfe um Schlüsselpositionen – es zeigen sich Parallelen zum Zusammenbruch von Nazi-Deutschland.


Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

„Wir werden die Welt erobern“, sagt Abu Mohammed stolz und krault sich dabei an seinem mit Henna rot gefärbten Bart. „Syrien und Irak sind nur der Anfang. Wir werden bald in al-Andalus sein.“ So hieß Spanien im Mittelalter, als es noch Teil des muslimischen Kalifats war. Der 42-Jährige ist einer der ausländischen Kämpfer der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS). Der Belgier ist zum Islam konvertiert. „Ich bin beim Abu Mohammed ‚, um Dschihad zu führen“, erklärt Abu Mohammed. „Es ist meine religiöse Pflicht, für ein muslimisches Weltreich zu kämpfen.“ Und mit Allahs Hilfe werde das Reich aller Muslime kommen, fügt er breit grinsend hinzu.

Nach dem Fünfjahresplan der Miliz sollen die gesamte Nordhälfte Afrikas, große Teile Europas und Asiens bis 2019 erobert sein. Dann kommt der Rest der Welt. Es ist ein aberwitziger Plan, aber trotzdem eine feste Säule in der IS-Ideologie. „Erobern, bleiben und expandieren“ lautet der Slogan der Steinzeitislamisten. Es sei an der Zeit, die Ehre der Muslime wiederherzustellen, sagt IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi. „Mit Allahs Erlaubnis werden Muslime wieder zu den Herren der Welt und den Königen der Erde.“ Aber im Moment sieht es nicht mehr so aus, als wolle Allah Herrn Bagdadi zum Weltherrscher machen.

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