Liberia verweigert homöopathische Ebola-Therapie


Bild: brightsblog
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Die Behörden in Liberia haben ein Team homöopathischer Ärzte daran gehindert, Ebola-Patienten zu behandeln. Die vier Mediziner, darunter die deutsche Ortrud Lindemann, wollten ihre unbewiesene Heilmethode an Infizierten testen.


Von Markus Grill|SpON

Der Ärzteverband „Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis“ (LMHI) hat nach eigenen Angaben eine Delegation homöopathischer Ärzte ins Katastrophengebiet nach Liberia geschickt, um Infizierte mit Globuli zu behandeln. „Wir sind gesegnet mit 110 Mitteln in drei bis vierfacher Potenz“, schrieb Ortrud Lindemann, eine der entsandten Ärztinnen, in einer E-Mail am 19. Oktober aus Liberias Hauptstadt Monrovia.

Der Trip wurde nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen maßgeblich von deutschen Homöopathen organisiert und finanziert. Zu den Unterstützern gehörten die Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins Homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), Cornelia Bajic und ihr Vorgänger Curt Kösters. Kösters teilt auf Anfrage mit, dass es darum ging zu testen, ob Ebola-Patienten mit homöopathischen Präparaten geholfen werden kann. Schließlich gebe es keine wirksame konventionelle Therapie. „Das wäre doch die perfekte Situation, um die Wirksamkeit der Homöopathie zu beweisen“, sagt Kösters.

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