Im Vatikan geht die Angst vor der Häresie um


Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.
Es geht um nicht weniger als Himmel und Hölle: Konservative und liberale Kardinäle bekriegen sich so heftig wie lange nicht über die Heiligkeit der Ehe. Ein Blick hinter die Mauern des Vatikans.


Von Matthias Matussek|DIE WELT

Er sieht seit ein paar Jahrhunderten schon sehr prächtig aus, dieser Felsen, auf den der Herr seine Kirche gebaut hat: der Vatikan. Der Petersdom. Golden leuchten die Bellini-Kolonnaden, die Basilika hoch darüber ist in weißes Licht getaucht, sodass die Kuppel silbern schimmert in den frühen Abendhimmel. Prunkende und auftrumpfende Frömmigkeit. Und drinnen das große barocke Heiligentheater, die Papstgräber, herabstürzende Engel, Michelangelos Pietà aus weichem, seidigem Marmor.

Kardinal Paul Josef Cordes, gerade 80 geworden, weist auf die Markierungen, die in den Boden im Mittelschiff eingelassen sind. Bis hier, raunt der emeritierte deutsche Kurienkardinal, würde der Kölner Dom reichen. Ein paar Schritte in Richtung Altar, bis hier die Kathedrale von Reims. Und bis hier der Dom von Speyer – sie alle hätten Platz in diesem Mutterschiff.

All das erbaut mit ergaunertem Geld, dem Ablasshandel. „Wahrscheinlich ist schmutziges Geld selten schöner und sinnvoller investiert worden“, kommt einem in den Sinn. „Es gibt tatsächlich die These“, sagt Cordes auf Sauerländisch, „dass allein der Petersdom das Überleben des Glaubens besorcht hätte.“

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1 Comment

  1. gegen Häresie ist die Kirche schon mehrmals vorgegangen u.a. einer Burg in Südfrankreich zwischen Toulouse und dem Mittelmeer,da bibt es nur noch eine zerfallene Burg!

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