Sonntagsarbeit: Die Vermischung von Kirche und Staat ist problematisch


Mammonism
Geld-Religion
Das Bundesverwaltungsgericht hat der Sonntagsarbeit Grenzen gesetzt. Das Urteil zeigt: Es steckt wohl doch noch mehr Kirche im Staat, als eigentlich sollte.


Von Jost Müller-Neuhof|DER TAGESSPIEGEL

Es ist menschlich und ein Teil der Geschichte, Konflikte in Gesellschaften anhand ihrer Bezüge zur Religion zu erklären. Anders oder aber eben gemeinsam zu glauben, das stiftet seit jeher ebenso Frieden, wie es Grenzen ziehen kann. So selbstverständlich ist diese Bedeutung des Glaubens, dass wir meinen, sie spiele in unserem säkularen aufgeklärten Alltag ohne Staatskirche, in dem alles irgendwie zu Deutschland gehört, keine Rolle mehr. Ein Irrtum.

Wir glauben, zum Beispiel, an den Sonntag. Er ist auch den Nichtchristen heilig, der Tag für Familie und Freunde, Kuchenbacken oder Zeitunglesen; aber auch zum Shoppen, Bummeln und Bestellen – kommt darauf an, was offen ist.

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