Die Perversion des Gottesnamens


Stephanus, der erste christliche Märtyrer, in einem Gemälde von Francesco Bissolo (Anfang 16. Jh.). (Bild: akg)
Im Zusammenhang mit Selbstmordattentaten islamistischer Terroristen fällt immer wieder der Begriff «Märtyrer». Er ist völlig fehl am Platz, jedenfalls wenn mit ihm die Täter gemeint sein sollen. – Ein Blick auf die (christliche) Geschichte des Begriffs und die Gegenwart seines Missbrauchs.


Von Jan-Heiner Tück|NZZ

In der öffentlichen Debatte über den gewaltbereiten Islamismus werden Jihadisten immer wieder als Märtyrer bezeichnet, die dann, wenn sie im «Gotteskrieg» den Tod erleiden, postmortale Gratifikationen in Fülle erwarten dürfen. Wie allerdings das Morden im Namen Gottes aus christlicher Sicht eine Perversion des Gottesnamens darstellt, so ist es irreführend und pervers, Selbstmordattentäter mit dem Ehrentitel von Märtyrern zu schmücken. Vielmehr sind gerade die Opfer des Jihadismus häufig Märtyrer, da sie ihre religiösen Überzeugungen auch unter Todesandrohung nicht zur Disposition stellen. Im Blick auf die Opfer wäre es zynisch, liesse man den islamistischen Tätern die Selbstbezeichnung «Märtyrer» durchgehen.

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1 Comment

  1. Gewalt in Religionen ist absolut krankhaft,wer soetwas mit im Kopf trägt dem sollte den Weg in die „Klapse“ offenstehen……………….

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