Türkei: Im religiösen Taumel


Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)
Recep Tayyip Erdogan (Bild: Regierung v. Chile, CC-BY 3.0)
Recep Tayyip Erdoğan hat den türkischen Islam verändert. Das beeinflusst auch türkischstämmige Menschen, die hierzulande leben. Wir müssen uns fragen: Soll dieser Islam zu Deutschland gehören?


Von Alexander Görlach|The European

Wenn ein Islam zu Deutschland gehört, dann ist es der Islam türkischer Prägung. Über drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln leben in Deutschland. Die meisten von ihnen sind sunnitische Muslime. Papst Franziskus besucht die Türkei, das Land, dem die allermeisten Türken, die hier leben, auf verschiedene Weise verbunden sind, und illustriert damit die Kehrseite, des Islam-Diktums: Das Christentum gehört zur Türkei.

Dabei gibt es einen Unterschied: In der Türkei gehört das Christentum zur Tradition, zur Vergangenheit, in Deutschland gehört der Islam zur Zukunft. Leben in der Türkei ein Prozent Nicht-Muslime, wächst die Zahl der Menschen islamischen Glaubens in Deutschland. Wenn wir sagen, ein Islam türkischer Prägung gehört zu Deutschland, dann ist es entscheidend zu präzisieren, was das heißt. Denn ein Islam türkischer Prägung ist kein Monolith. Seit dem Beginn der Arbeitsmigration in den frühen 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat er sich verändert und damit auch die Art des Einflusses, den er auf die türkischstämmigen Menschen, die in Deutschland leben, hat.

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3 Comments

  1. @ Wir müssen uns fragen: „Soll dieser Islam zu Deutschland gehören ?“

    „…die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“ JWvG (Der Zauberlehrling).

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  2. …das mit dem „zu Deutschland gehören“ hängt vorallem ab wie sich die hiesige Bevölkerung zu den Türkischen Mitbewohnern verhält,wobei der „Glaube“ dieser Menschen eher ein negatives Bild zeigt.Es erscheint vielen als zu aufdringlich,unattraktiv und im Ausland erscheint der „Glaube“ als zu kriminell agessiv!

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    1. Als Asylant, Immigrant oder Flüchtling schulde ich dem Gastland und seiner Kultur Respekt mit Zurückhaltung und eine gewisse Anpassung. Ich lebe jetzt etwa 30 Jahre in diversen arabisch-afrikanischen und westlichen Ländern und hatte noch nie Probleme. Nur mit dem Geburtsland Deutschland gibt es laufend Probleme auch in Abwesenheit.

      Ich brauche gut 9 Monate für einen neuen Pass. Meine Zugehörigkeit ist laut Generalkonsulat fraglich – obwohl die Familie seit 1712 Deutsch aus Westpreussen ist. Auch wurde ich schon an der Deutschen Grenze verhaftet, weil ich mich nicht zu einer Wehrübung gemeldet habe, an der ich im Ausland lebend nicht teinehmen muss. Für mich gilt eher, nichts was in Deutschland passiert ist koordiniert oder gibt politisch irgend einen Sinn

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