Gambia: Homo-Verbot wichtiger als Entwicklungshilfe


Außenminister Bala Garba Jahumpa stellt klar, dass die Verfolgung von Schwulen und Lesben im Land absolute Priorität habe
Um gegen „satanische“ Schwule und Lesben vorzugehen, würde Gambia auch auf Entwicklungshilfe aus Europa und Amerika verzichten.


QUEER.DE

Der gambische Außenminister Bala Garba Jahumpa hat klargestellt, dass das Land an der Verfolgung Homosexueller weiterhin festhallten werde. Dafür würden die Machthaber auch eine Kürzung oder die Einstellung der Entwicklungshilfe hinnehmen. „Gambias Regierung wird nicht länger einen Dialog zum Thema Homosexualität mit der Europäischen Union oder irgend einer anderen fremden Macht führen“, so Jahumpa nach AP-Angaben in einer Fernsehansprache am Samstagabend.

Jahumpa fuhr fort, dass Homosexualität „satanisches Verhalten“ sei, das „schlecht für die menschliche Existenz“ sei. Homosexualität sei „unafrikanisch“, deshalb wolle er lieber mit anderen Ländern zusammenarbeiten, die ebenfalls Schwule und Lesben bekämpften. Er warf Europäern und Nordamerikanern außerdem vor, „Rassisten“ zu sein und Gambia ausbeuten zu wollen.

Gambia hatte im September die Verschärfung der Gesetze gegen gleichgeschlechtliche Liebe beschlossen. Die maximale Haftstrafe für homosexuelle Handlungen wurde von 14 Jahren auf lebenslänglich verlängert (queer.de berichtete). Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert, das Land habe seinen Verfolgungsdruck auf Schwule und Lesben erhöht und Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung gefoltert (queer.de berichtete)

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