Aufruf für eine andere Russland-Politik: „Nicht in unserem Namen“


Wappen Russland
Wappen Russland
Gerhard Schröder und Antje Vollmer, Matthias Platzeck und Roman Herzog, Wim Wenders und Jim Rakete: Sie und viele andere Prominente fordern „eine neue Entspannungspolitik in Europa“. Wir dokumentieren den Text des Aufrufes.


DER TAGESSPIEGEL

Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!

Niemand will Krieg. Aber Nordamerika, die Europäische Union und Russland treiben unausweichlich auf ihn zu, wenn sie der unheilvollen Spirale aus Drohung und Gegendrohung nicht endlich Einhalt gebieten. Alle Europäer, Russland eingeschlossen,  tragen gemeinsam die Verantwortung für Frieden und Sicherheit. Nur wer dieses Ziel nicht aus den Augen verliert, vermeidet Irrwege.

Der Ukraine-Konflikt zeigt: Die Sucht nach Macht und Vorherrschaft ist nicht überwunden. 1990, am Ende des Kalten Krieges, durften wir alle darauf hoffen.

Aber die Erfolge der Entspannungspolitik und der friedlichen Revolutionen haben schläfrig und unvorsichtig gemacht. In Ost und West gleichermaßen. Bei Amerikanern, Europäern und Russen ist der Leitgedanke, Krieg aus ihrem Verhältnis dauerhaft zu verbannen, verloren gegangen. Anders ist die für Russland bedrohlich wirkende Ausdehnung des Westens nach Osten ohne gleichzeitige Vertiefung der Zusammenarbeit mit Moskau, wie auch die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Putin, nicht zu erklären.

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5 Comments

  1. @nickpol

    Danke für das Thema Russland Berichterstattung, dass die Öffentlich-Rechtlichen „Traumfabriken“ offenbar für zu „revolutionär“ halten, um es mit dem durch deren Berichterstattung traumatisierten Volk zu teilen, und das nun zu Wikipedia abtaucht, um zu wissen was da vorgeht? 😉 . 😉

    „Staatsfunk: ARD und ZDF verschweigen Friedensappell hochkarätiger Politiker, Künstler und Intellektueller“ 😉

    http://propagandaschau.wordpress.com/2014/12/06/staatsfunk-ard-und-zdf-verschweigen-friedensappell-hochkaratiger-politiker-kunstler-und-intellektueller/

    Nur noch der alternativen Quelle Heise Telepolis scheint auch ein Licht aufgegangen zu sein. Der AlphaJournalismus scheint sich schon in den Jahresendurlaub nach Spanien abgesetzt zu haben? 😉

    http://www.heise.de/tp/artikel/43/43533/1.html

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  2. „Heute, am 4. Dezember 2014, nahm das US Repräsentatenhaus eines der – wie der langjährige US Abgeordnete Dr. Ron Paul meint – schlimmsten Resolutionen je (H. Res. 758) mit überwältigender Mehrheit an, „Handlungen der Russischen Föderation unter Präsident Vladimir Putin, als Angriffe gegen Nachbarländer um diese politisch wie ökonomisch zu dominieren, verurteilend“.

    Das Neue Gesetz besteht aus 16 Seiten Kriegspropaganda, die selbst den auf Krieg gepolten Neokonservativen, die Schamröte ins Gesicht treiben müsste.“

    http://www.ronpaulinstitute.org/archives/featured-articles/2014/december/04/reckless-congress-declares-war-on-russia/

    Wie kommt es eigentlich, dass weder unsere Medien noch unsere Rgierung über diese gefährliche Kriegsermächtigung des US Präsidenten durch den US Kongress gegen Russland berichten?

    Nun macht der deutsche Aufruf für eine auf Verhandlungen basierende Neue Russland Politik erst richtig Sinn. Aber kann eine mit ihrer Sanktionspolitik „verbrannte“ Kanzlerin, als Mutter der EU Sanktionen gegen Russland dies überhaupt noch leisten? Oder brauchen wir umgehend einen anderen Kanzler? …..denn 1914 lässt grüssen. 😉

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  3. Es ist höchste Eisenbahn für eine Rückkehr zum friedlichen Europa!

    Nie hätte ich eine solche hysterische Kriegspropaganda und so irre Sanktionen gegen die Nuklearmacht Russland von einer (offensichtlich geschichtsosen?) Deutschen Bundesregierung für möglich gehalten. Man muss sich schon wieder für (s)eine grossmachtsüchtige Regierung ausser Rand und Band zu schämen.

    Mein Rheinischer Vater war 1991 kurz vor seinem Tod wegen des Umzugs der Bundesregierung nach Berlin sehr irritiert: „Aus dem Grossmachtssüchtigen Berlin sei immer nur Unheil über Europa gekommen“; eine politische Einmischung in die 1000 Jährige Beziehung zwischen der Moskauer Rus und der Kiewer Rus wäre aus dem verschlafenen Bonn einfach undenkbar gewesen.

    Als Unterstützung des klugen Argumentes im Aufruf über Russland als europäische OrdnungsMacht, mag man die Aufschrift auf dem Kastorbrunnen in Koblenz herhalten:

    «An MDCCCXII
    Mémorable par la campagne contre les Russes/ Sous le préfectura de Jules Doazan.»
    (Im Jahre 1812/ Denkmal für den Feldzug gegen die Russen/ Unter dem Präfekturat von Jules Doazan.
    «Vu et approuvé par nous commandant/ russe de la ville de Coblentz/ le 1er janvier 1814.»
    (Gesehen und genehmigt durch uns, den russischer Kommandant der Stadt Koblenz, am 1. Januar 1814.). 😉 😉

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  4. Vernünftige Einstellung. Da kann man nur beipflichten und hoffen, dass sich alle Beteiligten das Anliegen dieses Aufrufes zu Herzen nehmen und klug und weise handeln. Der nächste Weltkrieg wäre nämlich sicher der Letzte.

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