Polen: Schwule, Linke, Atheisten – Überraschungen in den Rathäusern


Robert Biedron // (cc) Lukas Plewnia, polen-heute.de [CC BY-SA 2.0] / Flickr
Die zweite Runde der Kommunal- und Bürgermeisterwahlen in Polen ist beendet. Überraschend ist mit Robert Biedron erstmals ein offen schwuler LGBT-Aktivist Oberbürgermeister einer größeren Stadt geworden. In der Geburtsstadt von Papst Johannes Paul II. ist dagegen ein Atheist neuer Chef im Rathaus.


Von Lars Leschewitz|POLEN HEUTE

Die zweite Runde der Kommunal- und Bürgermeisterwahlen in Polen ist beendet. Dabei sind einige Überraschungen zustande gekommen. Ganz oben auf der Liste steht natürlich Robert Biedron (Deine Bewegung, TR). Auch die meisten deutschen Medien haben bereits über den neuen Oberbürgermeister von Slupsk berichtet.

Biedron ist offen homosexuell und seit Jahren ein Vorkämpfer für LGBT-Rechte in Polen. Damit ist seine Wahl im konservativen Polen tatsächlich eine kleine Sensation, auch wenn es längst eine wachsende liberale Bevölkerungsgruppe in Polen gibt. Dank dieser hat Biedron einen engagiert geführten Wahlkampf an der Ostseeküste gewonnen. Dabei hat er sich auch nicht von Beschimpfungen und Übergriffen abhalten lassen, ins Rathaus der 100.000-Einwohner-Stadt einzuziehen. Robert Biedron gilt auch abseits der LGBT-Szene als profilierter und kompetenter Politiker. Sein Mandat im Parlament wird er ruhen lassen müssen.

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