Wissenschaft mit und ohne Gott – Intelligent Design hoffähig gemacht


Das Buch „Welt ohne Gott?“ vom Chemiker und Philosophen Markus Widenmeyer greift das unter Naturwissenschaftlern weit verbreitete Weltbild des Naturalismus an Foto: SCM Hänssler / pro
Gibt es Geist unabhängig vom Gehirn? Die philosophische Richtung des Naturalismus behauptet, es gebe nur Materie, und Geist sei eine Illusion. Der Philosoph und Naturwissenschaftler Markus Widenmeyer greift in seinem Buch „Welt ohne Gott?“ die Weltsicht des Naturalismus scharf an, die den Denkrahmen für unsere moderne Naturwissenschaft darstellt.


Von Jörn Schumacher|pro Medienmagazin

Seine Argumentationen erforderten „zeitweilig etwas Konzentration“, warnt Widenmeyer gleich zu Beginn seines Buches. Doch alles sei im wesentlichen auch für Laien verständlich, versichert er. In der Tat schreibt Widenmeyer so, dass jeder ihn verstehen kann, der bereit ist, mit ihm die einzelnen logischen Schritte zu gehen. Dabei ist sein Vorhaben umfangreich: Er will nichts weniger, als die vorherrschende Weltsicht der meisten modernen Naturwissenschaftler, den Naturalismus, in der Luft zerreißen. Widenmeyer ist diplomierter Chemiker und hat einen Magister in Philosophie, man kann also immerhin davon ausgehen, dass er weiß, wovon er spricht.

Das Problem, das er in seinem Buch angeht, ist so alt wie die Philosophie selbst: Gibt es nur Materie im Universum, oder gibt es zusätzlich so etwas wie Geist? Sind wir nur unser Gehirn, das aus Neuronen und letztendlich Atomen besteht, oder macht unser Ich mehr aus? Die meisten Atheisten leugnen, dass es mehr als die in der Natur sichtbare Materie gibt, daher spricht man vom philosophischen Naturalismus oder vom Materialismus. Dessen wichtigste Thesen lauten: Der Ursprung des Lebens ist materiell; Das Höhere und Komplexere stammt vom Niederen ab; Die Welt entwickelte sich auf Grundlage blinder Naturvorgänge mit einem praktisch unbegrenzten schöpferischen Potenzial; Objektive Moral oder Ethik gibt es nicht; Es gibt keinen Gott. Die bekanntesten Atheisten waren fast immer zugleich Naturalisten. Dennoch ist der Begriff in der Öffentlichkeit nicht sehr geläufig. Auch daran will Widenmeyer mit seinem Buch etwas ändern.

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