Bellsche Ungleichung: Experimentelle Metaphysik


Bild: slideplayer.de
Vor 50 Jahren stellte der Quantenphysiker John Bell eine Gretchenfrage. Heute ist sie beantwortet. Doch noch immer ringen seine Kollegen mit den Konsequenzen.


Von Ulf von Rauchhaupt|Frankfurter Allgemeine

Reinhold Bertlmann kam nicht drum herum. Es war Ende Juni; gerade hatte der Emeritus für theoretische Physik an der Universität Wien seinen Vortrag auf einer Fachtagung vor 300 Quantenphysikern beendet, da meldete sich Alain Aspect von der Pariser École Polytechnique, ein sehr prominenter Vertreter der Szene. „Reinhold, du weißt, ich bin Experimentalphysiker. Daher will ich jetzt deine Socken sehen!“ Da lüpfte der weißhaarige Professor die Hosenbeine, und man sah links eine pinke Socke, rechts eine grüne.

Schon als junger Forscher hatte Bertlmann die Angewohnheit, stets verschiedenfarbige Socken zu tragen. Außerhalb der Theorieabteilung des europäischen Forschungszentrums Cern bei Genf, seiner früheren Arbeitsstätte, wäre das kaum je aufgefallen. Doch kam 1980 ein Cern-Kollege Bertlmanns, ein Nordire namens John Bell (1928 bis 1990), und illustrierte mit jenen Socken die Schwierigkeit, ein von ihm selbst entdecktes Theorem aus der Quantenphysik zu verstehen: die Bellsche Ungleichung.

weiterlesen

1 Comment

  1. ….die Bellische Ungleichung trifft auch für arme Menschen zu die aus Sockenarmut verschiedene tragen müssen……….

    Liken

Kommentare sind geschlossen.