Saudi-Arabien: Religionswächter gegen Bloggerszene


Bild: dw.de
Zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben wurde der Blogger Raif Badawi von einem saudischen Gericht verurteilt. Sein einziges „Verbrechen“: er hat die Freiheit des Internets genutzt.


DW.de

Woche für Woche können sich die Gläubigen im saudischen Dschiddah derzeit ein Bild davon machen, was denen widerfährt, die vom Pfad des rechten Glaubens abweichen. Wenn sie freitags in der Al-Dschafali-Moschee ihre frommen Pflichten erfüllt haben, werden sie auf dem Platz vor dem Gotteshaus Zeugen einer anderen Art kultischer Handlung: Dort hockt, gefesselt und auf dem Boden kniend, der Internet-Aktivist und Blogger Raif Badawi. Fünfzig Peitschenhiebe wird er in den kommenden Minuten über sich ergehen lassen. Und das Woche für Woche, zwanzig Mal insgesamt, bis das Strafmaß von insgesamt tausend Hieben erfüllt und die verhängte Strafe vollzogen ist.

Badawi hat sie nach Ansicht saudischer Gerichte verdient, weil er es gewagt hatte, auf seiner Webseite „Freie saudische Liberale“ die religiösen Instanzen seines Heimatlandes zu kritisieren. Er habe damit im Internet eine Plattform für Debatten über das Verhältnis von Politik und Religion geschaffen. Den Richtern war die körperliche Züchtigung allein deshalb nicht genug. Wegen „Beleidigung des Islam“ wurde Badawi im Mai 2014 nach einer Revision nochmal hart verurteilt: zu sieben Jahren Haft und einer Geldstrafe von knapp 200.000 Euro.

weiterlesen

2 Comments

  1. Liefern wir in dieses „Paradies auf Erden“ nicht auch noch effektive teutonische Waffen, damit der Erzengel Gabriel das Saudische Königshaus gegen sein Volk besser verteidigen kann? Alles frei nach dem Gauck’schen Credo: „Deutsche Pflugscharen zu Saudischen Schwerten. 😉 😉

    Liken

Kommentare sind geschlossen.