Mittelalter: Wiedergänger, Untote, Aberglaube


Bild: Bill Flavell, FB
Bild: Bill Flavell, FB
Wiedergänger sind Tote, die ins Reich der Lebenden zurückkehren. Vor allem in früheren Jahrhunderten waren sie gefürchtet. FOCUS-Online-Expertin Marita Genesis erklärt, wer zum Wiedergänger wurde und was die Menschen dagegen unternahmen.


Von Marita Genesis|FOCUS ONLINE

Das Mittelalter ist als finster und dunkel verschrien. Ob es tatsächlich so war, sei dahingestellt. Und doch nimmt hier auch eine Entwicklung seinen Anfang, die sich noch heute ganz klar unter der Erde wiederfinden lässt – die Angst vor Wiedergängern.

Sie kennzeichnet eine der Urängste der Menschheit, die Rückkehr der Toten ins Reich der Lebenden. Umfangreiche Abwehr- und Schutzmaßnahmen, die sich zum Teil noch heute bei den Toten finden lassen, spiegeln Bannriten und apotropäische Praktiken zur Abwehr lebender Leichname wieder.

Hier traten die „lebenden Toten“ häufiger auf

Diese auch als „lebende Tote“ bezeichnete Gruppe von Menschen trat regional unterschiedlich auf. So sind sie im süddeutschen Raum eher selten, dagegen häufig in Schlesien, Sachsen, Nordhessen, Thüringen, Preußen, Pommern, Mecklenburg und Holstein in den schriftlichen Quellen anzutreffen. Archäologisch dagegen ist ihr Auffinden noch relativ selten vermerkt.

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