Warum Frankreich Jesus, Maria und Josef vertreibt


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Frankreich soll strikt weltlich bleiben: Ein Gericht verbannt eine Weihnachtskrippe aus einem Regionalparlament.


Von Axel Veiel|Berliner Zeitung

Während sich Frankreichs Mieter im Winter eines umfassenden Kündigungsschutzes erfreuen, müssen Ochs, Esel, Josef, Maria und Josef ausziehen. Das Foyer des Parlamentspalastes im Departement Vendée haben sie zu räumen. Das Verwaltungsgericht von Nantes hat es so angeordnet. Eine Weihnachtskrippe habe im öffentlichen Raum nichts zu suchen, finden die Richter. Sie verweisen auf Frankreichs strikt weltliches Staatsverständnis und das Gesetz zur Trennung von Staat und Kirche aus dem Jahr 1905.

Im Lande hält sich die Zustimmung in Grenzen. Schwachsinn, Verrat an der christlich- abendländischen Tradition, sind noch die mildesten Formen der Urteilskritik. Dabei ist gegen den Richterspruch, hält man sich an den Wortlaut der Vorschrift, wenig einzuwenden. Gesetzlich verboten ist in Frankreich demnach „jedes religiöse Zeichen oder Symbol in öffentlichen Räumen mit Ausnahme von Kirchen, Friedhöfen oder Museen“. Auch macht die Regelung nicht zum ersten Mal von sich reden. Man denke nur an die Verbannung des muslimischen Kopftuchs aus den Schulen, die 2004 monatelange hitzige Debatten auslöste.

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