Vergessene jesidische Frauen


Pfau-Engel der Jesiden
Pfau-Engel der Jesiden
Trotz der generellen Empörung über die Sklavenhaltung der IS-Milizen wird die konkrete Gefangenschaft tausender Jesidinnen ignoriert, auch von der Anti-IS-Militärkampagne.
Mindestens 150 Frauen, darunter auch Schwangere, seien in Falludscha von IS-Milizen „hingerichtet“ worden, weil sie sich der Ehe mit Dschihadisten verweigerten, schreibt die in Beirut ansässige Zeitung al-Ahkbar mit Berufung auf eine Meldung des irakischen Ministeriums für Menschenrechte.

 

Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Solche Meldungen erzielen kaum mehr Aufmerksamkeit. Das hat wahrscheinlich mit einer Art Nachrichten- oder Informationsökonomie zu tun, die in solchen Meldungen, die die Brutalität der IS-Dschihadisten offenlegen, nicht länger einen Nachrichten-„Mehrwert“ entdeckt. Dass der IS seinen Kämpfern Frauen in eroberten Gebieten als Belohnung in Aussicht stellt, als Sklavinnen, die ihnen zur sexuellen Verfügung überlassen werden, ist längst in vielen Berichten geschildert und bekannt.

IS-Sklaven-Regeln

Entrüstung flackerte vor kurzem noch einmal auf, als ein mutmaßlich vom IS stammendes Papier in internationalen Medien kursierte, das die IS-Dschihadisten darüber instruierte, was nach Maßgaben der religiösen Führung an sexuellen Verhaltensweisen mit Sklavinnen erlaubt ist und ab welchem Alter.

Ob die Instruktionen, angeblich vom Fatwa-Amt des IS, tatsächlich authentisch sind, spielte nicht die entscheidende Rolle bei der Veröffentlichung der IS-Sklaven-Regeln, die besonders im internationalen Boulevard Beachtung fanden. Entscheidend war das Entrüstungspotential, das einen größeren Rahmen bot: die haarsträubenden, menschenverachtenden Regeln, die aus dem Milieu islamistischer Fundamentalisten herausqualmen.

weiterlesen