Pegida: Gott will es!


Bild: pegida/FB, Screenshot:BB
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Die Pegida will das Abendland retten – aber was ist eigentlich dieses „Abendland“


Von Thomas Kröter|Frankfurter Rundschau

Am 27. November 1095 fand in Clermont am Rande des französischen Zentralmassivs eine folgenschwere Demonstration statt. „Deus lo vult“, hallte es über den Platz am Osttor der Stadt, als Papst Urban II. zum ersten Kreuzzug aufrief. „Gott will es!“ Damals entstand, was jene Leute retten wollen, die Woche für Woche in Dresden und anderswo unter dem exotisch klingenden Kürzel „Pegida“ auf die Straße gehen. Jerusalem, die heilige Stadt, wo Jesus zu Grabe getragen wurde und nach dem Glauben der Christen wieder auferstanden ist, sollte muslimischer Herrschaft entrissen werden. Darüber war sich die politisch tief zerstrittene Christenheit einig. In der gemeinsamen Aktion der Kreuzzüge gegen die Nachfolger Mohammeds konstituierte sie sich als „Abendland“. Als christliches Abendland.

Den Begriff selbst aber prägte erst – Jahrhunderte später – der Schweizer Theologe Kaspar Hedio (1494-1552). Das gilt auch für das entgegengesetzte „Morgenland“. Die Formulierung taucht zuerst in Martin Luthers Übersetzung des Neuen Testaments auf, wenn er in der Weihnachtsgeschichte nach Matthäus von den „Weisen aus dem Morgenland“ spricht. Sie lassen sich von einem Stern zu Jesus führen, um dem neuen König der Könige zu huldigen.

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