Weihnachtschristen: In der Kirche mit dem Kuschelgott


Gemütlich: Weihnachtsfrömmigkeit ist vollkommen legitime religiöse Praxis picture alliance
Das christliche Europa ist gegenüber fernöstlichen Spiritualitätstechniken in die Defensive geraten. Doch an Weihnachten steigt der christliche Wellnessfaktor. Das ist legitim – auch wenn einige Konservative über den Hang zum Kuschelgott lästern


Von Alexander Grau|Cicero

Alle Jahre wieder die gleichen Bilder: Menschenmassen strömen zu den Kirchen, stauen sich vor Portalen und quetschen sich schließlich in überfüllte Kirchenbänke. Um den Ansturm zu bewältigen, bieten die meisten Gemeinden an Heiligabend gleich vier Gottesdienste an, sicher ist sicher: den Kindergottesdienst um 14 Uhr, den Familiengottesdienst um 16 Uhr, die Christvesper um 18 Uhr und eine Christmette gegen Mitternacht.

Hätte man sich an diese Szenen nicht längst gewöhnt, man müsste sich wundern. Wo an einem normalen Sonntag häufig nur noch ein Dutzend versprengte Rentner dem Pfarrer lauschen, schmettern am Weihnachtsabend hunderte Kehlen das „O du fröhliche!“. Und in Großkirchen wie dem Berliner Dom besuchen an Heiligabend zwischen 12.000 und 14.000 Menschen die sechs (!) Gottesdienste.

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2 Comments

  1. Läuft alles unter „Tradition“.
    An Ostern Eier suchen, an Fräuleinleichnam schleppt man den Jupp um die Häuser, im Fasching macht man den Lustigen und ballert sich zum Gelingen nebenbei auch gerne mal einen in die Birne, usw. und sofort. An Heiligabend quetscht man sich halt gerne in die Kirche und singt fromme Lieder. Jedem Tierchen sein Pläsierchen !
    (Was ist eigentlich paradox ? Paradox ist, wenn man den Weihnachtsbaum mit Präservativen behängt und sich an Heiligabend darunter stellt und singt: „Ihr Kinderlein kommet…“ 😉 )

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