Fünf Fragen zu Schokolade


Kakaofrucht, Botanischer Garten Lund, Schweden
Kakaofrucht, Botanischer Garten Lund, Schweden, Bild: BB
Weihnachtszeit ist Schokoladenzeit. Doch um das beliebte Genussmittel rankt sich auch manche fragwürdige Geschichte – gesund soll sie sein und glücklich machen. Auch ob es in Zukunft überhaupt noch Schokolade geben wird, stellen manche inzwischen in Frage – angesichts von Klimawandel, Schädlingen und bitterer Armut der Produzenten.


Von Lars Fischer|Spektrum.de

Geht uns die Schokolade aus?

Auch wenn Meldungen über die bevorstehende Schokokalypse wohl voreilig sind – Schokolade könnte in Zukunft tatsächlich knapper werden. Die Hauptursachen dafür sind Schädlinge, der Klimawandel und strukturelle Probleme in der Kakaowirtschaft. Die Kakaopflanze, aus der die Rohstoffe für Schokolade stammen, ist ein empfindliches Gewächs und braucht ein geeignetes Klima – deswegen gedeiht die edle Pflanze auch keineswegs überall, und man kann auch nicht einfach, wie zum Beispiel bei Kaffee oder Bananen geschehen, rund um die Welt neue Plantagen hochziehen. Wenn in einem der Hauptanbaugebiete etwas schiefläuft, sind die Verluste meist nur teilweise auszugleichen.

Modelle sagen zum Beispiel für die Kakaoregion Elfenbeinküste/Ghana, in der die Hälfte der weltweiten Kakaoernte produziert wird, einen Temperaturanstieg von über einem Grad bis 2030 voraus. Kakaoplantagen liegen bevorzugt in feuchten Regionen mit Jahresmitteltemperaturen zwischen 22 und 25 Grad – in Westafrika liegen die entsprechenden Mittelwerte zwischen 24 und 29 Grad, im oberen Bereich des Optimums. Bei einer weiteren Erwärmung verschieben sich die für den Kakaoanbau geeigneten Regionen in größere Höhen, wo es kühler ist. Und da Berge zum Gipfel hin meistens schmaler werden, schrumpfen die verfügbaren Anbauflächen dort drastisch.

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