Ich bin nicht gläubig, und dennoch liebe ich dieses Fest


Bild:FB
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Seit dem Tod meiner Eltern ist mir Weihnachten noch wichtiger geworden. Und ich lasse es mir auch vom modernen Atheismus nicht vermiesen.


Von Matthias Heitman|DER TAGESSPIEGEL

Dass Weihnachten in diesem Jahr anders werden würde, war allen in unserer Familie bereits im April klar. In den vergangenen Jahren hatte sich uns immer die Frage gestellt, wo und mit wem der zunehmend gebrechlicher werdende verwitwete Vater die Feiertage verbringt und wer ihn Silvester aufnimmt, damit er nicht alleine vor dem Fernseher sitzt, was wir allesamt als unwürdig empfunden hätten.

Diese Frage stellt sich nun nicht mehr. Die letzte Person, gegenüber der ein 43-Jähriger und seine beiden älteren Schwestern noch „Kinder“ waren, sich so fühlten und vielleicht auch so verhielten, lebt nur noch in der Erinnerung.

Alle drei haben in diesem Jahr aufgehört, die aktive Rolle von „Kindern“ einzunehmen. Bislang waren die Bezeichnungen „Tochter“ und „Sohn“ wenigstens noch in der Gegenwart denk- und aussprechbar, das ist nun vorbei.

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