Osmanisch für alle


Das neue Leitbild türkischer Bildungspolitik? Mehmet II., osmanischer Sultan, eroberte 1453 Konstantinopel (Istanbul). Die Stadt feiert das seit 2009 mit einem monumentalen… – Foto: picture-alliance / /HIP
Der türkische Präsident Erdogan will die Rückbesinnung auf die islamischen Wurzeln forcieren – mit Osmanisch als neuem Schulfach. Zuerst soll es an religiösen Gymnasien eingeführt werden, in Zukunft möglichst an allen Oberschulen.


Von Susanne Güsten|DER TAGESSPIEGEL

In aller Welt bemühen sich Bildungsbehörden, den Kindern ihrer Länder so gut wie möglich Englisch oder andere moderne Weltsprachen beizubringen. Doch in der Türkei dringt die Regierung darauf, die junge Generation eine vor 100 Jahren abgeschaffte Hofsprache lernen zu lassen, die im 21. Jahrhundert weder große Erkenntnisgewinne noch eine besonders gute Vorbereitung auf die Herausforderungen der neuen Zeit verspricht.

„Ob sie wollen oder nicht, sie werden Osmanisch lernen“, sagt Präsident Recep Tayyip Erdogan über die rund 17,5 Millionen Schüler in seinem Land.

Erdogan, der keine einzige Fremdsprache spricht, hat die Sprache des 1918 untergegangenen Osmanischen Reiches zu einer Priorität der Bildungspolitik erklärt.

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2 Comments

  1. Hin und wieder glückt so etwas auch
    Das Althebräisch wurde nur in Judäa um 1000 v.C. von den Phönziern kopiert und von einigen ehemaligen Seevölkern (nicht in allen Teilen Judäas). Es existieren nur 10 Textbruchstücke ohne religiösen Inhalt

    Mit den Eroberungen der Assyrer wurde in Palästina ab 800 v.C. zunehmend Aramäisch gesprochen. Nach der Verschleppung der arbeitsfähigen Bevölkerng nach Niniveh um 587 n.C. war niemand übrig der lesen und schreiben konnte. Die Sprache ging unter, zumal ab 550 v.C. die Perser das Land eroberten und alle fortan Aramäisch sprechen mußten bzw. zu Baal und seiner Gott-Mutter Asherah beteten. Luther hat als Frauenfeind die Asherah im AT unterschlagen

    Nach dem Untergang des Perserreiches und griechischer Eroberung der Küstenstädte Palästinas und Phöniziens wurde ab 250 v.C. das Mittelhebräisch unter den Priestern als reine Sakralsprache eingeführt mit der neuen aramäischen Quardratschrift. Dem Volk Palästinas war Mittelhebräisch so unbekannt wie den Ostfriesen das Bayrisch

    Mit der Vertreibung der frommen Juden durch die Römer 65 – 73 n.C. und Zerstörung aller Tempel war Mittelhebräisch am Ende, man sprach Aramäisch, ab 500 n.C. auch Arabisch und Latein oder Altgriechisch, je nach kultureller Zugehörigkeit

    In der Neuzeit wurde Neuhebräsch aus der Taufe gehoben und eingeführt, man begründete das mit dem religiösen Märchen die Juden hätten früher Hebräisch gesprochen. Es hat funktioniert

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