Nietzsche-Deutung: Explosive Umwertung


Friedrich Nietzsche, 1882 (Photographie von Gustav Adolf Schultze) PD
Friedrich Nietzsche, 1882 (Photographie von Gustav Adolf Schultze) PD
Die Nietzsche-Forschung hat seit je eine gewisse Vorliebe für Detonationen. Das ist nur naheliegend bei einem Philosophen, der sich selbst als «Dynamit» empfand.


Von Ludger Lütkehaus|Neue Zürcher Zeitung

Titel und Untertitel der Nietzsche-Deutung des Schweizer Philosophen Reto Winteler scheinen es denn auch nicht an Lautstärke fehlen lassen zu wollen, wenn sie Nietzsche als den «ersten tragischen Philosophen» annoncieren und eine veritable «Entdeckung» verheissen. Die «pantragische» Philosophie von Empedokles, der von Nietzsche so sehr geschätzt wurde, dass der Verehrer eine eigene Empedokles-Tragödie plante, bis zu Schelling, Hebbel und dem tragischen «Realdialektiker» Julius Bahnsen relativiert indessen das Premieren- und Entdeckungs-Pathos.

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Reto Winteler: Friedrich Nietzsche, der erste tragische Philosoph. Eine Entdeckung. Schwabe, Basel 2014. 334 S., Fr. 88.90.