Templer-Kolonien: Ein deutsches Dorf in Tel Aviv


Haus der „Templer“ von Sarona in Tel Aviv, Bild: grenzgaenge.wordpress.com
Ziegeldächer, Kegelbahn und Biergarten: Die Siedlung schwäbischer Pietisten war jahrzehntelang militärisches Sperrgebiet, dann sollte sie abgerissen werden. Stattdessen wurde Sarona zu neuem Leben erweckt.


Von Hans-Christian Rößler|Frankfurter Allgemeine

Schai Farkasch hatte noch ein wenig Zeit vor dem Termin im Verteidigungsministerium. Er streifte über das Gelände im Zentrum von Tel Aviv. Die Tür eines alten, leerstehenden Hauses weckte seine Neugier. Drinnen klopfte Farkasch am Putz und entdeckte darunter ein Blumenmuster. Seit diesem Tag vor 14 Jahren hat ihn Sarona nicht mehr losgelassen. Seiner Familie gehört eine Pinselfabrik, doch er wurde nach der Entdeckung Restaurator: In dem Viertel neben dem Verteidigungsministerium kennt er jedes Haus und jedes Zimmer. Und er schwärmt von den Vorlieben seiner deutschen Erbauer. „Sie verwendeten 140 Schablonen.“ Rosen, Löwen, Spiralen und Hakenkreuze zieren die Wände.

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