Christentum in Sachsens Schulgesetz: Ein CDU-Stadtrat findet den Vorstoß der Stadt Leipzig unangemessen


Bild: gbs Hochschulgruppe Jena
Bild: gbs Hochschulgruppe Jena
Jetzt stellen wir uns mal ganz blöd an, muss sich CDU-Stadtrat Ansbert Maciejewski gedacht haben, als er am 18. Dezember eine Anfrage an die Leipziger Stadtverwaltung formulierte. Er hatte irgendwas läuten hören aus dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag (SSG), von Seiten der Stadt Leipzig habe es einen Vorstoß gegeben, das Christliche aus dem Sächsischen Schulgesetz zu streichen.


Von Ralf Julke|Leipziger Internet-Zeitung

„In Gremien des SSG wurde durch die Stadt Leipzig der Vorschlag unterbreitet, aus 1 (2) des Schulgesetzes für den Freistaat Sachsen den Passus christliche Tradition im europäischen Kulturkreis als Grundlage für das zu vermittelnde Wertesystem zu streichen. Gerechtfertigt wird dies mit der steigenden Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund“, weiß er zu berichten. Und denkt auch nicht lange drüber nach, sondern findet: Da müsse doch vorher die Verwaltung erst mal den Stadtrat fragen, am besten die Fraktion mit dem C im Namen.

Und so fragt er: „Durch wen wurde festgelegt, dass die Stadt Leipzig eine derartige Position innerhalb des SSG vertritt? Zu welchem Zeitpunkt wollte der Oberbürgermeister den Stadtrat informieren? Welche städtischen Regelungen gelten generell für die Gremienarbeit von Vertretern der Stadt Leipzig im SSG sowie im Deutschen Städtetag?“

So gefragt klingt es natürlich, als habe die Verwaltung eine unglaubliche Position eingenommen und einen Vorstoß unternommen, der ihr nicht zusteht. War es nicht die CDU, die die Sache mit der „Leitkultur“ aufgeworfen hat?

Indem er die steigende Zahl von Kindern mit Migrationshintergrund in Leipzigs Schulen benennt, benennt er natürlich nur einen Grund, der die Streichung des Passus „christliche Tradition im europäischen Kulturkreis“ rechtfertigen würde.

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