Stirbt Weihnachten aus?


Christian Stegbauer interessiert sich schon seit langem für „Weihnachtssoziologie“.Foto: peter-juelich.com
Christian Stegbauer, Professor für Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt, spricht im Interview mit der Frankfurter Rundschau über Rituale, Rollenbilder und Geschenke.


Von Hannah Weiner|Frankfurter Rundschau

Herr Stegbauer, junge Menschen finden immer weniger Gefallen am Fest der Liebe. Stirbt Weihnachten aus?
Nein, das nicht. Aber wenn man Jugendliche und junge Erwachsene vor der Gründung einer eigenen Familie nach dem Weihnachtsfest fragt, heißt es: Das interessiert mich nicht. Es ist eher eine Belastung und hat kaum eine Bedeutung.

Wie erklären Sie sich das?
Sie haben mit der Ausführung des Festes bei ihren Eltern kaum etwas zu tun. Sie haben keine gestalterische Rolle, sind nur Gäste und unterwerfen sich dem, was sie schon seit Langem gewohnt sind. Es ist einfach nicht mehr spannend. Erst ab dem Zeitpunkt, wenn sie eine eigene Familie haben, rückt Weihnachten wieder in den Fokus. Für viele ist es ein Fest für Kinder. Die jungen Eltern möchten dann, dass ihr Nachwuchs das so erlebt, wie sie es selbst früher gefeiert haben.

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