War König David nie Herrscher über Israel?


Miniatur König Davids aus dem Egbert-Psalter (10. Jahrhundert). Bild: wikimedia.org/PD
Kronzeuge gegen die Bibel: Der Archäologe Israel Finkelstein ist für seine Extremposition bekannt. Jetzt revidiert er die alttestamentlichen Texte über das Königreich Israel. Mit guten Gründen?


Von Ulf von Rauchhaupt|Frankfurter Allgemeine

Die Älteren erinnern sich vielleicht noch an den 1955 erschienenen Bestseller „Und die Bibel hat doch recht“. Darin stellte der Journalist Werner Keller reihenweise archäologische Befunde zusammen, die seiner Ansicht nach die Historizität der verschiedenen alttestamentarischen Überlieferungen belegten. Heute sind die gegenteiligen Bemühungen modern. Gerade zur Weihnachtszeit erscheinen alle Jahre wieder Medienbeiträge, um uns zu belehren, dass das alles gar nicht so war, wie der Religionslehrer das immer erzählt hat.

Ein gefragter Kronzeuge dafür ist Israel Finkelstein von der Universität Tel Aviv. Der 1949 geborene Gelehrte gehört zu den prominentesten Archäologen seines Landes, als Leiter der Ausgrabungen in Megiddo, aber auch wegen seines Einsatzes für eine naturwissenschaftliche Herangehensweise und gegen die Tradition, archäologische Funde im Heiligen Land naiv im Licht biblischer Texte zu interpretieren. Damit war er ein Pionier, bedenkt man, dass manche Archäologen bis weit ins 20. Jahrhundert dem Alten Testament hinterhergruben wie weiland Heinrich Schliemann seinem Homer. Da archäologische Spuren antiker jüdischer Kultur (oder deren Fehlen) in Israel und bei seinen Nachbarn immer auch ein Politikum sind, machte Finkelsteins innovative Herangehensweise Hoffnung auf eine Entpolitisierung seines Faches.

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1 Comment

  1. Der jüdische König David hat nie existiert
    Ein hebräisches Reich mit Jebusite (Jerusalem) als Hauptstadt unter Königen Adoni-Zedek, Saul, David, Salomon hat nie existiert, es gibt in Tausenden alten Texten weder Handel mit dem Königreich der Hebräer noch Verträge.

    Im Amarna Archiv existieren 60 Hilfsgesuche des Rib-Addi aus Byblos sowie 6 Hilfsgesuche des Königs Biridiya, der 1350 v.C. als ägyptischer Vasall von Megiddo die Bedrohung der Shechem unter Hapiru König Labayu beklagt. Pharao Merenptah (1278-1204 v.C.) kämpft gegen das Seevolk der Lebu (Libyer). Der Karnak Text (KRI IV, S. 1-2) und der Stele (KRI IV, S. 23) des Pharao Merenptah im westsemitischen Phönizisch beschreibt die Beute aus Askalon, Gezer, Januammu und Ysrjz. Der nomadische Hirtenclan Ysrjz wird als „Israel“ umgedeutet.

    Die Hapiru (Apiru) werden bis 1200 v.C. in über 100 Texten aus Sumer, Ägyptern, Akkadien, Hattusa, Mitanni und Ugarit erwähnt. Das Akkadische Wort Habattu für Hapiru bedeutet „Straßenräuber“ oder „Wegelagerer“. Die analphabetischen Hapiru haben nie etwas geschrieben, ihre Raubzüge in Phönizien mit Sumur, Batrun, Byblos, Upe/Damascus usw. und besonders Jerusalem werden in 100 Hilferufen an den Pharao beklagt.

    Die Hapiru Ziegenhirten als ex Seevölker wohnen nich in den geplünderten Orten, sie haben dort keine Könige, Paläste oder Tempel, ihre biblischen Königreiche und Könige sind religiöser Größenwahn. Die vielen Räuberhaufen sprechen je nach Herkunft gut ein Dutzend verschiedene Sprachen aus dem ganzen Mittelmeerraum, Althebräisch gibt es noch nicht.

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